Online-Feinkosthandel „World of Ahle Wurscht“: Bald Laden in Kaufungen

Ahle Wurscht ist seine Leidenschaft: Eigentlich leitet Claus Wiegand ein Speditionsunternehmen. Seit einem Jahr betreibt er den ersten Online-Feinkosthandel für die regionale Spezialität. Foto: Degner

Fuldabrück/Kaufungen. Claus Wiegand will Nordhessen die Ahle Wurscht nach Originalrezept zurückbringen und sie über die Grenzen der Region hinweg bekannt machen.

Der 43-jährige Kasseläner betreibt den Online-Feinkosthandel „World of Ahle Wurscht“. Und noch in diesem Jahr will er sein erstes Ladengeschäft in Kaufungen eröffnen.

„Die echte Ahle Wurscht gibt es doch gar nicht mehr“, sagt Wiegand, als er in der Lehmkammer seines Geschäftes an der Leipziger Straße steht. „Die Massenproduktion verdrängt die traditionelle Herstellung.“ Auf seinem T-Shirt steht vor zwei gekreuzten Würsten „Minne Ahle“ geschrieben. Und auch an der Decke der Kammer: Nichts als Ahle Wurscht. Etwa 300 Stück hängen bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit an Haken herab.

Bisher lagert Wiegand seine Ware in der Kammer nur für den Versand. Verpackt wird alles in dickem Papier, das mit Paketband umwickelt wird, bevor sie im Pappkarton landet. Der weitesten Weg, den seine Würste bisher nehmen mussten, führte nach Italien.

Ahle Wurscht ist sein Hobby

Seine Ahle Wurscht kauft Claus Wiegand bei Bauern und Hausschlachtern in der Region – in Baunatal, dem Eschweger Raum, in Melsungen und Wolfhagen. Anfangs noch sollte der Online-Versand für den 43-Jährigen ein Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag sein. Er betreibt nämlich einen Speditionsdienst in Fuldabrück. Das Unternehmen übernimmt auch die Verwaltungsarbeiten für den Online-Versand. Den Aufwand, den die „World of Ahle Wurscht“ bedeutet, habe er zunächst unterschätzt. Manchmal lieferten die Bauern ihm pro Woche nur zehn Würste von einer Sorte.

Trotzdem: „Es gibt kein schöneres Hobby, als in der Region herumzufahren und zu testen, wo es die beste Ahle Wurscht gibt“, sagt Wiegand. „Mir geht es nicht darum, Geld zu verdienen.“ Er wolle den Qualitätsstandard der regionalen Spezialität halten. „Damit die Ahle Wurscht auch Ahle Wurscht bleibt.“ Selbst der Nordhesse habe sich an den schlechten Produktionsstandard gewöhnt, sagt er. Menschen jedoch, die aus der Region stammten, hier aber nicht mehr lebten, seien häufig dazu bereit, für hochwertig verarbeitetes Fleisch auch mehr Geld zu bezahlen. Ein Probierpaket mit vier Würsten – ob Stracke oder Runde, ob angeräuchert oder luftgetrocknet – kostet bei Wiegand 50 Euro. www.world-of-ahle-wurscht.de

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