Umgestürzte Bäume legten Kommunikationssystem lahm

Nach Sturm: Feuerwehr im Kreis Kassel soll stabiler funken

Kreis Kassel. Um während ihrer Einsätze miteinander und mit der Leitstelle sprechen können, nutzen zum Beispiel Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste seit 2016 flächendeckend den Digitalfunk.

Dieser ist der Nachfolger des veralteten Analogfunks und soll eigentlich in jeder Lage gut funktionieren.

Dass das nicht immer klappt, zeigte jüngst das Sturmtief Friederike, das den Funk in einigen Teilen der Region lahmlegte. Unter anderem fiel das System in Helsa komplett aus. Damit das nicht wieder passiert, sind bereits Lösungen für die Probleme im Gespräch.

Das war passiert

Durch den Sturm waren reihenweise Bäume umgestürzt und auf die sogenannten Basisstationen für Digitalfunk in Helsa und Burgwald (Waldeck-Frankenberg) gekracht. „Dabei sind die Antennenkabel beschädigt worden“, erklärt Thorsten Abel vom Polizeipräsidium für Technik, Logistik und Verwaltung in Wiesbaden. Der Schaden konnte erst knapp drei Wochen später repariert werden. Für den Tag des Sturms und auch noch einige Zeit danach hieß es dann also, in Helsa ohne Digitalfunknetz zurechtzukommen.

„Bei Sturm Friederike war das keine Katastrophe“, sagt Gemeindebrandinspektor Timo Schröder. „Da fast alle Feuerwehren des Landkreises unterwegs waren, war der Funkverkehr sowieso auf ein Minimum reduziert, sonst wäre das ja ein Dauergespräch gewesen.“ Die Koordination der Leitstelle sei also über Faxe gelaufen.

Bis die Funkstation in Helsa wieder funktionierte, wurde vorübergehend mit einem sogenannten Gateway versucht, die Funkversorgung sicherzustellen. Das ist eine Funkeinrichtung, die entfernte Funksignale intakter Basisstationen nach Helsa weiterleitet, erklärt Abel. Das hat aber nicht funktioniert.

Auch wenn das System erneut ausfallen sollte, kann die Feuerwehr einfach den alten Analogfunk nutzen, den es parallel noch gibt. Aber: „Irgendwann wird der abgeschaltet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Land auf Dauer zwei Funknetze unterhält“, sagt Timo Schröder. „Im Moment haben wir Glück, dass es den Analogfunk noch gibt.“

Der Digitalfunk ist nämlich nicht nur für die Kommunikation wichtig: In Hessen werden die Feuerwehren und Rettungsdienste auch über dieses Netz alarmiert.

Das soll passieren

Um zu verhindern, dass beim nächsten Sturm wieder Bäume auf die Antennenkabel stürzen, sollen die Basisstationen in Zukunft „frei von Bewuchs gehalten werden“, erklärt Sebastian Mazassek. „Das wird gerade überlegt“, sagt der Kreisbrandinspektor. Damit wäre schon viel getan, denn zerstörte Kabel sind eine Ursache, durch die die Stationen ausfallen können.

Stromausfälle, wie sie auch bei Sturm Friederike passiert sind, können dem System nämlich nicht so schnell den Garaus machen. Die Basisstationen werden zwar mit Strom betrieben, doch sie werden bei einem Netzausfall durch Batterien weiterhin mit Energie versorgt. „Diese Batterien können einen Stromausfall von vier bis zu zwölf Stunden (je nach technischer Ausstattung) überbrücken.“

Das System ist laut Thorsten Abel grundsätzlich nicht anfällig. „Ein Ausfall des Netzes ist sehr unwahrscheinlich und kommt nur in seltenen Fällen in lokal begrenzten Bereichen vor.“

Betroffene Stationen

Insgesamt waren in Hessen 23 Stationen von der Unwetterlage bei Sturm Friederike betroffen. Im Landkreis Kassel waren das Helsa und Reinhardshagen sowie Basisstationen im Grenzgebiet zu anderen Kreisen, zum Beispiel Hann. Münden, die den Landkreis Kassel mitversorgen. „Alles in allem waren die Auswirkungen des Sturmtiefs im Angesicht der Windgewalt eher gering“, sagt Abel.

Rubriklistenbild: © dpa

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