Werner, Gottschalck und Gremmels (alle SPD)

Sandershausen deutschlandweit vorn: Ein Ort, drei Abgeordnete

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Die drei aus Sandershausen: Martina Werner (Europaparlament, von links), Timon Gremmels (Landtag) und Ulrike Gottschalck (Bundestag).

Niestetal. Exakt 5888 Einwohner zählt der Niestetaler Ortsteil Sandershausen - und die sind zumindest zahlenmäßig so gut wie niemand sonst in Deutschland durch Abgeordnete vertreten - nämlich durch gleich drei Parlamentarier in Europa, Bund und Land.

Exakt 5888 Einwohner zählt der Niestetaler Ortsteil Sandershausen - und die sind zumindest zahlenmäßig so gut wie niemand sonst in Deutschland durch Abgeordnete vertreten - nämlich durch gleich drei Parlamentarier in Europa, Bund und Land.

Die nach HNA-Recherchen bundesweit einmalige politische Konstellation existiert seit dem 1. Juli dieses Jahres. An diesem Tag trat Martina Werner ihr Mandat als Europaabgeordnete an.

Die 53-Jährige komplettiert das Abgeordneten-Trio von Sandershausen: Zu ihm zählen neben der früheren Angestellten der Kreisverwaltung die Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck (58) und der Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (38).

Doch damit nicht genug des Ungewöhnlichen: Die Abgeordneten verteilen sich nicht etwa auf verschiedene Parteien, sondern sie gehören alle der SPD an.

Und noch etwas macht das nordhessische Abgeordneten-Trio einzigartig: Werner, Gottschalck und Gremmels leben nicht irgendwo in dem durchaus überschaubaren Sandershausen, sondern quasi nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Übertrieben gesprochen können die drei sich über den Gartenzaun hinweg über politische Themen austauschen.

Die Abgeordneten selbst sehen die ungewöhnliche Situation nicht ganz so entspannt. Sie sind offensichtlich bemüht, dem Eindruck entgegenzutreten, dass Sandershausen durch die geballte Präsenz bevorzugt werden könnte.

„Dass wir drei im selben Ort leben, ist Zufall“, sagt Timon Gremmels, „es spielt bei der politischen Arbeit keine Rolle.“ Die Abgeordneten verstünden sich als Vertreter ihrer Wahlkreise. „Das ist in der Tat schon ein großer Zufall“, ergänzt Ulrike Gottschalck im HNA-Gespräch.

In der täglichen Arbeit der Abgeordneten sei die ungewöhnliche Konstellation aber irrelevant. „Im Moment arbeite ich beispielsweise für die Kaufunger Stiftskirche, den Erhalt der Kasseler Stadtschleuse und kämpfe gegen eine Oberweser-Pipeline und einen Salzsee im idyllischen Reinhardswald“, so die Bundestagsabgeordnete.

Ihre Kollegin Martina Werner kann der Sandershausen-Connection aber durchaus auch etwas Positives abgewinnen. Sie hält es durchaus für möglich, „dass dieser Zufall für eine stärkere Vernetzung der unterschiedlichen politischen Ebenen sorgt“.

Von Peter Ketteritzsch

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