Mieter in Monarchis-Häusern in der Söhrestraße Lohfelden beklagen: Immer mehr Wohnungen stehen leer

Paketband muss Tapete halten

Mit Paketband geflickt: Aus der Nachbarwohnung drückte nach einem Rohrbruch das Wasser ins Wohnzimmer herüber. Mieter Harald Harrer (großes Foto) hat die Deckentapete mit Paketband provisorisch gegen Herunterfallen gesichert. Über Kabelsalat ärgert sich Bewohner Günter Zimmermann (kleines Foto) an einer der neuen Haustüren, die mit Dämmschaum fixiert sind. Viele der neuen Türöffner gehen nicht. Fotos: Schindler

Lohfelden. „Eine schmucke Siedlung im Herzen von Lohfelden“ – so wirbt die Monarchis GmbH (Neu-Ulm) auf ihrer Internetseite für die Wohnanlage in der Söhrestraße. Doch wer durch die Straße im Ortszentrum von Lohfelden geht, bekommt einen ganz anderen Eindruck: Leere Fenster, wohin man auch blickt. Etwa die Hälfte der 85 Monarchis-Wohnungen steht leer, berichten Bewohner.

Auch in den bewohnten Häusern gibt es jede Menge Ärger. Der Vorwurf: Niemand kümmert sich um Gebäude und Mieter.

So seien im Winter die Fenster leer stehender Wohnungen gekippt gewesen, trotz klirrender Kälte. Entsprechende Hinweise der verbliebenen Mieter an Hausmeister und die Monarchis hätten nichts bewirkt. Das hatte Folgen: Mittwoch, 15. Februar, am frühen Morgen um 7.15 Uhr rückt die Feuerwehr an. In der Dachwohnung in Haus Nummer 16 ist die Wasserleitung geplatzt. Das Wasser fließt durch alle Stockwerke. Die Wohnungen unten sind nicht mehr nutzbar.

Auch Harald Harrer in der Nachbarwohnung leidet unter den Folgen. Bei ihm tropfte das Wasser im Wohnzimmer von der Decke. Die Tapete hat er provisorisch mit Klebeband fixiert, damit sie nicht herunterkommt. „Ich habe den Hausmeister verständigt, aber nichts ist passiert“, sagt der Lungenkranke, der nun zusätzlich unter der Feuchtigkeit in seiner Wohnung leidet. Zweieinhalb Wochen nach dem Vorfall sei ein Mann von Monarchis aufgetaucht. Doch das Problem ist immer noch nicht gelöst.

„Keiner kümmert sich, es gibt keine Auskunft“, sagt Mieter Günter Zimmermann. Man könne den Eindruck gewinnen, Monarchis wolle die Mieter aus den Wohnungen vertreiben.

Dabei hatte es zwischenzeitlich nach einer Besserung der Situation ausgesehen. Seit 2010 wurden Haustüren und Fenster in der Wohnanlage erneuert – eine alte Forderung der Mieter. Doch die Ausführung der Arbeiten lässt Zweifel an der Professionalität aufkommen. So wurden die Haustüren mit Dämmschaum fixiert; viele der neuen Türen sind bereits verzogen, viele Türöffner funktionieren nicht, beklagen Mieter.

Auch die Briefkastenanlagen seien dilettantisch eingebaut worden. Die Briefkästen sind 39 Zentimeter tief, die Hauswand aber nur 40 Zentimeter stark. Bleibt ein Zentimeter als Dämmung. „Das ist eine neue Kältebrücke“, monieren Mieter, die sich durch die Sanierung geringere Heizkosten erhofft hatten.

„Nicht nachvollziehbar“ nennt Monarchis-Projektleiter Halil Bahadir die Vorwürfe. „Wir reagieren sofort auf jeden Hinweis“, sagte er der HNA. Monarchis werde die Wohnanlage umfassend sanieren. Während des Winters hätten die Arbeiten geruht, nun würden sie fortgesetzt. Möglicherweise lasse die Kommunikation mit den Mietern zu wünschen übrig. „Da müssen wir mehr für tun“, sagte der Monarchis-Sprecher.

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Von Holger Schindler

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