Stefanie Flohr aus Kirchbauna: Wie man sich in Spanien fürs Studium einrichtet

Palmen und Kochdünste

Endlich angekommen: Stefanie Flohr auf der Rambla, der großen Einkaufsstraße von Barcelona, die auch eine Bühne für Kleinkunst ist. Foto: Flohr

Barcelona / Baunatal. Fast ein Jahr habe ich mich darauf vorbereitet. Eine Wohnung gesucht, mich an der Uni angemeldet und viele kleine Dinge erledigt, die zu einem längeren Auslandsaufenthalt gehören. Nun war es so weit, die Koffer standen gepackt im Flur, Freunde und Familie waren verabschiedet.

Mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung ging es am Flughafen los – die Reise nach Barcelona konnte beginnen. Wobei, es ist ja keine Reise. Vielmehr Leben in einem Land, in dem andere Urlaub machen.

So fühlte es sich zumindest an, als ich mit vielen anderen Deutschen im Flugzeug gen Spanien saß. Die meisten plauderten von ihrem Urlaubsziel, Sehenswürdigkeiten und dem Hotel, in dem sie die nächsten Tage wohnen würden.

Ich dachte mir in diesem Moment nur, dass mein Rückflug keine Woche, sondern Monate später wieder nach Deutschland geht, dass ich auch niemanden dabeihabe, mit dem ich die ersten Eindrücke teilen kann. Urlaubsreisen sind ganz anders.

Erster Kontakt im Flugzeug

Glücklicherweise blieb ich mit meinen Gedanken nicht lang allein, denn eine nette Frau neben mir fing an, sich mit mir zu unterhalten. Bald stellte sich heraus, dass auch sie nicht dem Pauschaltourismus nach Barcelona folgte, sondern ihre Tochter, die seit drei Jahren dort lebt, besuchen wollte. Schnell hatten wir Nummern getauscht und uns für einen Kaffee verabredet. Der erste Kontakt war geknüpft – und das schon vor der Ankunft.

Das erste, woran sich mein Blick nach der Landung heftete, waren die Palmen vor dem Flughafen. Ich war angekommen im warmen Süden. Also ab ins Taxi und zu meiner neuen Unterkunft. Das ist eine Wohnung mit zwölf Zimmern, die von einer älteren deutschen Dame vermietet werden. Sie selbst heiratete einen Spanier und lebt schon seit 50 Jahren hier.

Ich wohne also in dem Stadtteil Sarrià, der zu den besten und sichersten der Stadt gehört. Das Haus hat einen eigenen Pförtner, und nach 10 Uhr abends sind die Türen verschlossen. Eine Klingel gibt es nicht – Besuch muss angemeldet werden. Anfangs fand ich das übertrieben, aber im Vergleich mit Wohnungen im Zentrum fühle ich mich doch so wohler. Von meinem Zimmer abgesehen, das wirklich gewöhnungsbedürftig ist. Von zu Hause bin ich mein großes, helles Zimmer mit Fenstern gewohnt. Hier ist es schon Luxus, überhaupt ein Fenster im Zimmer zu haben.

Drei Quadratmeter Hof

Also beschwere ich mich nicht über die Milchglasscheiben zum drei Quadratmeter großen Innenhof. Zum Glück kann ich sie öffnen, auch wenn mein Zimmer dann stark nach Kochdunst riecht, denn alle Küchen münden offenbar im Innenhof. Auch ist es dann vom Lärm schwer auszuhalten. Aber ein Ende ist in Sicht. Kurz darauf bekomme ich ein Zimmer mit Fenster zur Straße, denn eine andere deutsche Studentin zieht aus.

Nun bin ich gespannt, was an der Uni läuft.

Von Stefanie Flohr

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.