Kinder für Nordhessen: Baunsbergschüler erkunden die Natur mit Lupen und Spaten

Pappsau im Wald erlegt

Mit Pfeil und Bogen unterwegs: Okan (von links) und seine Mitschüler Jan, Harum, Emre, Lehrer Jo Philipp, Loredana, Alessandro, Tim und Firat kennen sich im Wald schon sehr gut aus. Foto:  Grigoriadou

Baunatal. „Da sind ja Elefantenohren“, sagt Loredana und steckt sich eine Pflanze in den Mund. „Mmmmh, schmeckt säuerlich“, sagt sie und läuft Richtung Wald weiter.

Einen Vormittag in der Woche heißt das Motto für einige Schüler der Baunataler Baunsbergschule: Umweltbildung, Erlebnispädagogik und soziales Lernen in der Natur. „Und genau dafür mussten einige Sachen her“, sagt Förderlehrer und Waldpädagoge Jo Philipp. Finanzielle Unterstützung gab es von der Aktion Kinder für Nordhessen, einer Spendeninitiative, die die HNA ins Leben gerufen hat.

„Heute kochen wir Tee“, sagt Philipp und zeigt den acht Kindern einen Beutel voller Blätter und Kräuter. „Okan, mach schon mal ein Feuer.“ Und schon setzt sich der junge Mann vor einem kleinen eisernen Topf und packt Hölzer hinein. Nach ein paar Minuten steht der Teekessel auf dem Feuer.

Zwei Stationen im Wald

Um die Natur gründlich erkunden zu können brauchen die jungen Forscher nicht nur einen großen Bollerwagen, sondern auch Becherlupen, Spaten, Hacken, Sägen und viele andere Kleinigkeiten. „Wir haben mit den Mitarbeitern von Hessenforst abgesprochen, dass es zwei Stationen im Wald geben wird“, sagtJo Philipp und zeigt auf einige Baumstämme, die als Sitzgelegenheit dienen. „Es wird noch ein Tisch angeschafft.“

Während Loredana und Okan auf das Feuer achten und frischen Tee für das gemeinsame Frühstück kochen, ist der Rest der Truppe auf der Jagd. „Die Kinder haben sich gewünscht, mit Pfeil und Bogen zu schießen“, erklärt Jo Philipp und lacht. „Wir sind auf der Jagd nach der Pappsau.“

Strenge Regeln gelten für den Umgang mit Pfeil und Bogen. „Die Pfeile werden erst eingesammelt, wenn alle verschossen sind“, sagt Jo Philipp. Geduldig zieht er einen Bogen nach dem anderen auf und lässt die Kinder auf eine Pappsau zielen.

Geschult werden die Sinne der Kinder. „Stellt euch an einen Baum, schließt die Augen und horcht mal, wieviele verschiedene Vogelstimmen ihr hört“, sagt Jo Philipp. „Ich hab zehn“, sagt Harum. „Ich nur fünf“, sagt Tim. Philipp erklärt: „In der Natur kann die Sinneswahrnehmung am besten entwickelt werden.“

Von Anthoula Grigoriadou

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