Historische Anlage auf Gut Windhausen: Konzeption ist fertig, Umsetzung muss aber noch warten

Park soll für alle geöffnet werden

Echtes Kleidod: Schlösschen Windhausen bei Heiligenrode Niestetal. Das kleine Bild zeigt den Mitinitiator der Wiedererschließung des Landschaftsgartens, Werner Nicolaus, vor dem schwer erreichbaren und innen immer mehr verfallenden Schlieffen-Mausoleum an der Südspitze des Parkgeländes. Fotos: Wohlgehagen (2)/Nockert

Niestetal. Die Wiedererschließung des Landschaftsparks am Gut Windhausen für eine zeitgemäße öffentliche Nutzung ist in greifbare Nähe gerückt. Mit einer Machbarkeitsstudie hat das Kasseler Planungsbüro akp jetzt ein neues Wegekonzept und konkrete Vorschläge für die Aufarbeitung der Staffagen und Parkelemente vorgelegt.

Umsetzung zurückgestellt

Die Konzeption ist von der Gemeindevertretung am Donnerstag aufgenommen worden, ihre Umsetzung ist jedoch wegen der unabsehbaren Entwicklung der Gemeindefinanzen noch zurückgestellt worden.

Der Landschaftspark von Windhausen stellt - auch überregional - eine Besonderheit dar: Die mit dem Herrenhaus unter Denkmalschutz stehende Anlage ist der einzige romantisch-sentimentale Garten in Deutschland.

„Wir müssen den Park wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzen und der Bevölkerung dauerhaft als Naherholungsgebiet zugänglich machen“, sagte der 1. Beigeordnete der Gemeinde Niestetal, Werner Nicolaus, der sich im Geschichtsverein und in der SPD für das Thema besonders engagiert hat.

Wie viele geschichtlich interessierte Wanderer hofft auch Werner Nicolaus, dass Schilder wie „Privatgrundstück - Betreten nur mit Genehmigung des Privateigentümers“ oder unterbliebene Pflegemaßnahmen bald der Vergangenheit angehören.

Der Park soll mit seinem Waldcharakter als Kleinod erhalten bleiben, sagen die Planer. Das Wegekonzept nimmt die vorhandenen Führungen auf. In den neuen „Germanischen Weg“ ist auch der Eco-Pfad „Archäologie Sensenstein“ eingebunden. Konflikte mit den Eigentümern – der Hessen-Forst für das Land und Landwirt Erich Schaumburg, der die Domäne Windhausen mit dem Herrenhaus, sieben Wirtschaftsgebäuden und dem Park vor zwei Jahren vom Land Hessen gekauft hat – sollen vermieden werden.

Werner Nicolaus freut sich, dass in der Kostenkalkulation von gut 100 000 Euro neben der Anlegung eines Parkplatzes und den neuen Wegen unter anderen auch Ansätze für Maßnahmen im Umfeld des Mausoleums und des Affendenkmals enthalten sind. „Natürlich werden weitere Maßnahmen zur Erhaltung und Restaurierung der Staffagen und zur Rekonstruktion von Parkelementen folgen müssen“, sagte der an geschichtlichen Entwicklungen besonders interessierte Kommunalpolitiker. Schon berücksichtigt seien Geldmittel für Flyer, die Ausbildung von Parkführern, für Info-Tafeln und Audio-Guides. Erich Schaumburg, der das Herrenhaus „Schlösschen“ Windhausen seit zwei Jahren mit seiner Familie bewohnt, und Hessen-Forst sind in das Erschließungskonzept eingebunden worden. „Wir sind mit den Plänen vorbehaltlich eines Vertrages grundsätzlich einverstanden“, sagte Erich Schaumburg der HNA. Unterschiedliche Auffassungen, so Schaumburg weiter, gebe es jedoch in der Parkplatzfrage. Auch der Landesbetrieb Hessen-Forst stehe hinter der neuen Konzeption für den Landschaftspark, sagte dessen Bereichsleiter Günter Groß vom Forstamt Hessisch-Lichtenau. (ppw) HINTERGRUND

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