Vellmar: Rathaus geht vor, Parkdeck in der Warteschleife

In die Jahre gekommen: Mehr als 30 Jahre ist das Parkdeck alt. Auf unserem Foto aus den 70er-Jahren sind noch alte Automodelle wie ganz links der VW K 70 zu sehen. Archivfoto: Breiter / nh

Vellmar. Eine Hängepartie gibt es seit Jahren beim maroden Vellmarer Parkdeck. Alle sechs Monate prüfen Gutachter die Statik und geben das Parkhaus - wenn es denn sicher ist - nur für ein weiteres halbes Jahr frei. Der Grund:

Die Betonkonstruktion des Baus aus den 70er-Jahren hat durch regelmäßig einsickerndes Streusalz während der Winter gelitten. „Bis Ende des Jahres gibt es keine Bedenken“, sagt Volker Damm vom Vellmarer Bauamt. Das Parkdeck könne „uneingeschränkt genutzt werden“.

Aber im Dezember steht die nächste Prüfung an. Bislang hat die Stadt Glück gehabt. Bis auf kleinere Abplatzungen am Beton hat sich der Zustand des Gebäudes nicht weiter verschlechtert. „Wir mussten seit Juni nichts machen“, erläutert Damm.

Dass dies aber nicht die von der Stadt angestrebte „zukunftssichere Lösung“ ist, weiß auch Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (SPD): „Das Problem ist, dass wir nicht wissen, wie lange das hält.“ Irgendwann werde der Tag kommen, „an dem wir mit der Statik Probleme bekommen“.

Ursprünglich war einmal geplant, im Zuge der Umsetzung des sogenannten Masterplanes aus dem April 2011 für die Umgestaltung des Vellmarer Zentrums auch das Parkhaus in Angriff zu nehmen. Angesichts der Alternativen von Sanierung oder Abriss mit Neubau - letzteres hatte die CDU im Vorfeld vorgeschlagen - entschied man sich für den Neubau, den das Fachbüro im Masterplan bei 170 Stellplätzen mit 2,55 Millionen Euro (Sanierung: knapp 1,7 Mio.) kalkuliert hatte. Das Projekt sollte in Verbindung mit der Rathaussanierung umgesetzt werden.

Aber der Bürgerentscheid machte der Stadt einen Strich durch die Rechnung. Das Finanzierungskonzept wurde gekippt, jetzt wird konventionell europaweit ausgeschrieben. Mitte November rechnet Stochla mit einem Ergebnis, um dem Magistrat einen Vergabevorschlag für die Arbeiten machen zu können. Für das Parkdeck bedeutet das die Warteschleife: „Vorrangig werden wir das Rathaus abarbeiten.“

Von Stefan Wewetzer

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