Ziel: Macht der etablierten Konkurrenten brechen

Parteiloser Werner Bracht will in den Bundestag

Unkonventionell: Werner Bracht tritt als Einzelbewerber bei der Bundestagswahl an. Er nennt seine Bewegung „Waldecker Demokratie“. Foto: Dilling

Baunatal. Die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs ist angebrochen. Doch während andere Kandidaten von Wahlauftritt zu Wahlauftritt hetzen und Plakate kleben, kann sich Werner Bracht auch mal auf seine Terrasse im Baunataler Neubaugebiet am Obersten Heimbach setzen und die Aussicht auf Blumenwiese und Teich genießen.

Der parteilose Einzelkämpfer im Wahlkreis 167 versucht erst gar nicht, mit seinen Konkurrenten mitzuhalten. Bracht hat keinen Parteiapparat mit Wahlkampfhelfern im Rücken, die Mittel sind begrenzt.

20 000 Euro hat sich der 64-Jährige als Obergrenze für Wahlkampfausgaben gesetzt. Er ist vielfach im Internet präsent, schaltet Anzeigen in der regionalen Presse. Das muss reichen. Ein Auftritt bei Show-Master Markus Lanz wäre nicht schlecht. Doch der habe auf seine Anfrage nicht geantwortet, sagt der aus einer Landwirtsfamilie vom Edersee stammende Kandidat mit einem Grinsen. Der Software-Experte und Unternehmer ist ein Kumpeltyp, mit dem wohl Viele gern ein Bier trinken gehen würden. Ob sie ihn auch wählen, wird sich zeigen. „Wenn ich zehn Prozent der Stimmen bekomme, mache ich nach der Wahl weiter“, sagt er.

Weitermachen heißt für Bracht, die „Allmacht“ der Parteien aufbrechen, für mehr direkte Demokratie, für die Abschaffung der Listenwahl und eine Direktwahl des Bundeskanzlers kämpfen. „Das Schweizer Modell mit seinen Volksabstimmungen kommt meinen Ideen sehr nahe“, sagt er. In den Parteien gehe es mehr „nach Seilschaften als nach Können“, erklärt Bracht, der sich auch als Protest-Kandidat gegen den etablierten Politbetrieb sieht.

Von Peter Dilling

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