Projekt der Stadt Baunatal soll Chancen von Hauptschülern auf Lehrstelle verbessern

Pate für Start in den Beruf

Uwe

Baunatal. Die Wirtschaft in Hessen brummt. Doch Haupt- und lernschwache Schüler haben noch immer schlechte Chancen, eine Lehrstelle oder einen Job zu finden. Manchmal fehlt es ihnen schon am nötigen Selbstbewusstsein. Ein Schüler der Theodor-Heuss-Schule (THS) habe ihm gesagt, er habe als Hauptschüler doch sowieso keine Chance auf eine leitende Tätigkeit, sagt Uwe Hirsch. Dabei habe der junge Mann schon als Kapitän einer Fußballmannschaft seine Qualitäten unter Beweis gestellt.

Hirsch gehört zu den zehn Berufsprofis, die im Rahmen des Projekts „Fit für den Job“ der Stadt Baunatal Schülern helfen, ihre Chancen auf eine Lehrstelle zu verbessern. Rund 17 000 Euro gibt die Stadt dabei laut Bürgermeister Manfred Schaub für das Jobtraining an der THS und der Erich-Kästner-Schule (EKS) aus. Mit rund 2200 Euro habe man einen Praxiskurs für Schüler der Baunsberg-Förderschule in der Jugendwerkstatt Felsberg finanziert.

Die Stadt hat den Schauenburger Personaldienstleister Carmen Werner and Consultants mit der Umsetzung des Projekts beauftragt. Man habe die Bewerbungsunterlagen von Schülern auf den neuesten Stand gebracht, Vorstellungsgespräche in Kleingruppen geübt und einen Kreis von zehn ehrenamtlichen Jobtrainern aus der Wirtschaft geworben, der bereitstehe, wenn Schüler individuelle Unterstützung brauchen, sagte Carmen Werner. Weitere Helfer mit Berufserfahrung seien willkommen. 320 Schüler und eine Reihe von Lehrern hat die Firma schon trainiert.

Das Projekt der Stadt soll die eigenen Bemühungen der Schulen, Schüler mit schwachen Zeugnissen besser auf die Job- und Lehrstellensuche vorzubereiten, unterstützen. Häufig fühlten sich Schüler bei den Bewerbungstrainings in einem Schonraum, der die tatsächlichen Anforderungen der Arbeitswelt teilweise ausblende, sagte Jobtrainer Hirsch. Mit einer Fragebogenaktion habe man zusammengetragen, worauf es den Firmenchefs wirklich ankommt.

Norbert Malkus, Leiter des Hauptschulzweigs der THS, wünscht sich, dass sich aus dem Jobtrainingsprojekt echte Patenschaften zwischen Berufsprofis und Schülern ergeben. Dieter Ernst, Leiter der EKS, hält die „Hilfe von außen“ für wichtig. So bleibe die Schule immer auf dem neuesten Stand, was die Anforderungen des Arbeitsmarkts angehe.

Nächstes Jahr wollen beide Schulen ein gemeinsames Café Beruf starten. Schüler sollen dann mögliche Arbeitgeber in persönlichen Gesprächen von ihren Qualitäten überzeugen. Fotos: Dilling

Von Peter Dilling

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