In Baunatal vermitteln Helfer zwischen Migranten-Eltern und Lehrern

Paten räumen Barriere weg

Manuela Döring

Baunatal. Sprachbarrieren überwinden, zwischen Eltern und Lehrern vermitteln, Missverständnisse ausräumen: Das sind die Aufgaben der acht Elternpatinnen, die seit kurzem in Baunatal tätig sind. Sie werden künftig Eltern mit Migrationshintergrund zur Seite stehen – sie zu Gesprächen mit Lehrern und Erziehern begleiten oder bei Elternabenden übersetzen.

„Einige Eltern verstehen die Sprache nicht. Zudem haben sie andere Vorstellungen vom Bildungssystem“, sagt Manuela Döring vom Stadtteilzentrum. Für diese Eltern sei es bislang schwierig gewesen, am Schulalltag ihrer Kinder teilzuhaben. Mit den Elternpaten soll sich das ändern. Sie werden zwischen Lehrern, Erziehern und Eltern vermitteln. Zudem sind sie Ansprechpartner für Fragen rund um Erziehung, Gesundheit und Bildung.

Acht Frauen haben sich in den vergangenen Monaten zu Elternpatinnen ausbilden lassen. Sie alle haben selbst einen Migrationshintergrund und sind Mütter, kennen die Probleme im Schulalltag deshalb nur allzu gut.

„Meine Eltern haben früher nie Elternabende besucht, weil sie die Sprache nicht beherrschten“, sagt Susan Yildiz. Als Kind habe sie sich deshalb oft ausgegrenzt gefühlt. Dass sie ausländischen Familien nun helfen kann, sei sehr schön.

Die ersten Einsätze – die Elternpatinnen müssen vorher beim Stadtteilzentrum angefordert werden – gab es bereits. Tak Perihan war etwa bei einem Gespräch dabei, bei dem es um die schulische Laufbahn eines Jungen ging. „Eltern und Lehrer hatten verschiedene Vorstellungen. Wir haben aber gemeinsam eine Lösung gefunden“, erzählt sie. Ein guter Start für ein ambitioniertes Projekt.

Das Gefühl, anderen zu helfen: Das ist es, was die acht Elternpatinnen an ihrer neuen Aufgabe lieben. Aber auch für sie selbst sei das Projekt ein Gewinn. „Man fühlt sich wertvoll und gebraucht“, sagt Nuray Gündüz-Tübek.

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Von Pamela De Filippo

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