Wilhelm Busch aus Dittershausen wird heute 100 Jahre alt

Patricia ist unvergessen

100. Geburtstag: Wilhelm Busch freut sich heute auf viele Gratulanten. Foto: Oschmann

Fuldabrück. Wilhelm Busch hat ganz wache muntere Augen, trägt einen weißen Vollbart und lacht richtig schelmisch. Wenn Besuch kommt, strahlt der alte Herr. Wilhelm Busch freut sich, heute feiert er seinen 100. Geburtstag.

Mit dem gleichnamigen Dichter habe er nichts zu tun, sagt er. Vielleicht ein bisschen den Humor, den habe er vom Vater geerbt, erzählt der alte Herr, der sichbesonders gut an seine Kindheit und Jugend erinnert. Wilhelm Busch stammt aus dem Baltikum und wuchs auf einem Gutshof auf. Er hat Fotos und Landkarten bereitgelegt und erklärt, wo er früher zuhause war. Krieg, Flucht und Vertreibung haben deutliche Spuren bei dem alten Herrn hinterlassen.

Dass sich Deutsche und Engländer trotz des Krieges verstehen konnten, beweisen wohl Wilhelm Busch und seine Frau Patricia. Er lernte die junge Engländerin, eine mutige, schöne und intelligente Frau, 1938 auf der Fähre kennen, als er von einem Londonbesuch nach Deutschland zurückfuhr. Es funkte gleich zwischen den beiden, und sie teilten ihre Sandwiches.

1940 heirateten der deutsche Wehrmachtsoffizier und die junge Engländerin. Sie bekamen vier Kinder. Tochter Mary, die in England lebt, ist zum Geburtstag des Vaters angereist. Sie und Altenpflegerin Sandra Brown sorgen dafür, dass der heutige Ehrentag für das Geburtstagskind rundum schön wird.

Nach Kriegsende verschlug es die Buschs zunächst in die Gegend von Lübeck, dann gingen sie nach England, wo Wilhem Busch unter anderem als Übersetzer für die BBC arbeitete. 1957 verschlug es sie nach Kassel, im Gepäck einen Hund, ein Pony und eine Katze. Im Stadtteil Helleböhn fanden die Buschs ihre neue Heimat. Ihr endgültiges Zuhause schufen sie sich aber in Fuldabrück-Dittershausen, wo sie ein urgemütliches Haus mit schönem Garten kauften. Wilhelm Busch arbeitete in Eschwege bei der Firma Maffay Ferguson als Dolmetscher.

Er und seine Frau unterrichteten beide an der Sprachenschule Berlitzschool. Auf seine Frau Patricia, die 1993 starb, ist Wilhelm Busch bis heute stolz. Patricia züchtete Golden Retriver, war Preisrichterin bei Hundeschauen und schrieb zwei Bücher über die Hunderasse.

Eine Gratulantin ist heute besonders temperamentvoll: Skyler, Sandra Browns Hündin, liebt Wilhelm Busch über alles.

Von Sabine Oschmann

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