Neubau auf Areal des Freizeitheims Rotte Breite könnte Unterbringungsproblem lösen

Paul liebäugelt mit Hotel

Edgar Paul

Nieste. Entsteht auf dem Gelände des unlängst geschlossenen Freizeitheims Rotte Breite bei Nieste ein Hotel? Bürgermeister Edgar Paul (SPD) kann sich das jedenfalls gut vorstellen. Seine Idee: Ein privater Investor errichtet auf dem Areal ein Bettenhaus, die bestehenden Gebäude des Freizeitheims werden als Wirtschaftsgebäude genutzt.

Um auf dem idyllischen Grundstück am Wald ein Hotel errichten zu können, müsste zuvor allerdings der Flächennutzungsplan geändert werden, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage. Gegenwärtig darf die Rotte Breite nur als Freizeiteinrichtung für Jugendliche genutzt werden. Eine Änderung wäre Sache der Gemeinde Nieste, sagte Kühlborn. Bürgermeister Paul hält diese und eine weitere Hürde auf dem Weg zu einem Hotel für überwindbar. Die zweite Hürde betrifft die Bepflanzung eines Hangs in Richtung der Ausflugsgaststätte Königsalm. Die Bepflanzung dient als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme für Bauten auf dem Sensenstein und müsste für ein Hotel weichen.

Nach der Schließung des in die Jahre gekommenen Heims wittert Paul die Chance, die unbefriedigende Beherbungssituation in der kleinsten selbstständigen Gemeinde Hessens zu verbessern. Seit der Eröffnung der Wanderschule und der Königsalm ist der Ort, der auf sanften Tourismus setzt, Ziel zahlreicher Besucher. Selbst aus Dänemark kommen inzwischen Bustouristen nach Nieste. An Ort und Stelle untergebracht werden können allerdings nur die wenigsten.

In Nieste gibt es zwar einen Gasthof und Ferienwohnungen; Paul hält es angesichts der guten Nachfrage aber für notwendig, dass künftig wenigstens eine Reisegruppe, die mit dem Bus kommt, komplett in der Gemeinde untergebracht werden kann. Gegenwärtig werden Urlauber nach Angaben von Büroleiter Helmut Lippert unter anderem in Kassel und in Söhrewald einquartiert.

Eine vernünftige Unterbringungsmöglichkeit ist aus der Sicht von Bürgermeister Paul auch deshalb notwendig, weil die Wiederbelebung des leer stehenden Cafés Sonnenhang als Frühstückspension noch immer nicht in trockenen Tüchern ist. Ein Investor aus Niedersachsen, der in dem großen Haus 20 Pensionsbetten schaffen will, bemühe sich gegenwärtig um Fördermöglichkeiten und sei auf der Suche nach Partnern, sagt Büroleiter Helmut Lippert.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde den Sonnenhang 2006 für 315 000 Euro ersteigert, um Rechtsradikale, die sich dort eingenistet hatten, hinauswerfen zu können.

Laut Lippert ist die Gemeinde Nieste bereit, das Gebäude und das Grundstück zu verkaufen. Zunächst war erwogen worden, das Haus zu verkaufen und das Grundstück langfristig zu verpachten. Archivfoto: nh DAS SAGT HINTERGRUND /  KOMMENTAR

Von Peter Ketteritzsch

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