Heimatmuseum Hessenstube in Altenritte zeigt eine Stoffhandtasche mit Zugbändern

Perlenstickerei auf dem Pompadour

Fleißarbeit: Kleine farbige Perlen wurden in Form von Blüten und Blättern auf die selbst genähte Tasche gestickt. Fotos:  Wienecke

Baunatal. Einzelne Perlen beginnen bereits, sich abzulösen. Doch das Täschchen für das Handgelenk im Heimatmuseum Hessenstube ist nach wie vor ein Hingucker. Ein Kordelzug fasst den schmucken Beutel seitlich ein. Eine weitere Kordel dient als Verschluss zum Zuziehen.

Eine beutelförmige Damentasche mit den Zugbändern, die über das Handgelenk gestreift werden können, wird als Pompadour bezeichnet. Seine Namenspatin, Madame de Pompadour, hat ihn jedoch vermutlich nie benutzt. Jeanne-Antoinette Poisson (1721 bis 1764), die spätere Marquise (Markgräfin) de Pompadour, war die bekannteste Mätresse des französischen Königs Ludwig XV. (1710 bis 1774).

Zu ihrer Zeit steckten Damen Gegenstände, die sie bei sich tragen wollten, wie Taschentücher, Puder und Riechsalz, in flache Stofftaschen. Sie wurden mit Bändern um die Taille gebunden und unter den Röcken versteckt getragen. Damit sich später nichts mehr abzeichnete, wich man auf verzierte kleine Stoffbeutel für das Handgelenk aus.

Ursprünglich wurden die zusammenziehbaren Taschen als Handarbeitsbeutel für Garn und Nähzeug eingesetzt. In einer Erzählung von Theodor Fontane, die 1806 spielt, und dem Roman „Buddenbrooks - Verfall einer Familie“ von Thomas Mann, der von 1835 bis 1877 spielt, wird der Pompadour als ein Accessoire der Oberschicht beschrieben. Heute wird er zum Abend- oder Brautkleid getragen.

Das Stadtmuseum Baunatal im Mühlenweg 4 und das Heimatmuseum Hessenstube in der Ritter Straße 1 in Altenritte werden sonntags von 14 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Kontakt: Stadt Baunatal, Rathaus, Stadtarchiv, Tel. 0561/4 99 21 37, Infos unter: www.baunatal.de

Von Bettina Wienecke

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