Vor der Neubesetzung von Stellen will das Kaufunger Parlament gehört werden

Personal auf Prüfstand

Naherholungs-Idylle am Steinertsee: Werden Büsche noch geschnitten, Grünanlagen gepflegt und Wege von Unkraut befreit, wenn die Gemeinde Kaufungen Stellen abbaut? Das fragt sich das Parlament. Archivfoto: Kothe/nh

Kaufungen. 180 Männer und Frauen sorgen derzeit in der Kaufunger Gemeindeverwaltung dafür, dass die anfallenden Arbeiten erledigt werden. Sind diese 140 Planstellen zu viele und können einige wegfallen? Und wenn ja welche, und welche Dienstleistungen für die Bevölkerung könnten zurückgefahren werden?

Und wer vertritt das vor den Bürgern, wenn Büsche nicht mehr zurückgeschnitten werden, Unkraut auf Wegen und Plätzen wuchert, Grünanlagen nicht mehr gepflegt, Bürgeranliegen auf die lange Bank geschoben werden?

Diese Fragen sorgten in der Gemeindevertretung für eine hitzige Diskussion. Die GLLK hatte drei Stellen zur Disposition gestellt, die CDU eine generelle Wiederbesetzungssperre und die Streichung von zwei Stellen im nächsten Jahr gefordert. Ihr Ziel: Das Defizit im Haushalt soll gesenkt werden. Beide Anträge wurde nach einstündiger Debatte zurückgezogen. Einstimmig einigten sich die Abgeordneten auf einen Kompromiss-Vorschlag des Grünen Jochen Lody: Bevor künftig eine etwa wegen Ruhestand oder Kündigung freigewordene Stelle neu besetzt wird, soll Bürgermeister Arnim Roß (SPD) in der Personalkommission erläutern, ob die Aufgaben nicht neu verteilt werden können oder tatsächlich eine neue Kraft eingestellt werden soll.

Das werde ja schon bisher regelmäßig geprüft, sagte der Verwaltungschef. Personalentscheidungen seien Sache des Gemeindevorstandes, die Gemeindevertretung könne nur die Rahmenbedingungen setzen. Sichtlich aufgebracht brach Roß eine Lanze für seine Mitarbeiter, die hervorragende Arbeit leisteten und ständig neue Aufgaben mit gleichem Personalstand bewältigten. Roß: „Wer hier Einschnitte fordert, muss dann auch den Mut haben, das schlechtere Angebot bei Service und Pflege der Infrastruktur vor der Bevölkerung zu vertreten.“

Der Bürgermeister verwies auf Vergleichsrechnungen, bei denen Kaufungen mit seinem Personaleinsatz vor anderen Gemeinden wie Hessisch Lichtenau, Wolfhagen oder Lohfelden rangiere. Dass die Personalkosten auf jetzt 6,8 Millionen Euro gestiegen seien, liege in erster Linie an Tarifsteigerungen, höheren Betreuungs-Auflagen in Kindertagesstätten und den gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen für Pensionen. (tom)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.