Monika Blankenberg in Rinklins Gartenwelt

Pessimisten altern

Oma in Aktion: Monika Blankenberg begeisterte als 90-jährige, die von den Widrigkeiten des Alltags berichtet. Foto: Sommerlade

Ahnatal. „Ich will keine Füße in meinem Gesicht haben“, sagt Monika Blankenberg bestimmend wie entrüstet. „Und schon gar keine Krähenfüße.“ Dass die ersten Anzeichen des Alterungsprozesses indes nicht zwangsweise zu Depressionen führen müssen, stellte die Kabarettistin aus Köln mit ihrem Programm „Altern ist nichts für Feiglinge“ im Glashaus von Rinklins Gartenwelt unter Beweis.

Mit rheinischem Temperament und spitzer Zunge ließ sich die 55-Jährige dabei gut zwei Stunden lang über Jugendwahn, Midlife-Crisis und Altersstarrsinn aus. Sehr zur Freude der 120 Gäste, die nur allzu gern der Einladung der Künstlerin folgten, zunächst einen Ausflug in die Jugend zu unternehmen, um anschließend gemeinsam zu altern.

„Ich wollte immer bloß 18 werden. Und das dauerte ewig“, erinnerte sie sich und fragte gleichzeitig: „War das jetzt gestern oder im letzten Jahr?“ Kein Zweifel. Für Monika Blankenberg verrinnt die Zeit einfach viel zu schnell. „Warum kommt nach Ostern gleich Weihnachten und dann schon wieder Ostern?“

Für sich selbst und alle Lachfaltenträger im Publikum gab’s tröstende Worte. „Selbst wenn die Geburtstagstorte mittlerweile aussieht wie ein Fackelzug, ist das kein Grund zum Verzweifeln. Nur der Pessimist altert, der Optimist lebt.“ Und letzterer sehe die Angelegenheit gelassen: „Lachfalten sind wie gute Freunde, davon kann man nie genug haben.“

Über reichlich Lachfalten und das dazugehörige Alter verfügte auch Oma Anna, in die sich Blankenberg binnen weniger Minuten verwandelte. Mit ihren detaillierten und humorvollen Ausführungen aus ihrem Alltag begeisterte sie das Publikum. „Jeden Morgen suche ich als erstes meine Brille. Und dann mein Hörgerät, damit ich mich fragen kann, wo meine Brille ist.“ Ausführlich erfuhren die Besucher auch vom Umgang mit dem Pflegedienst. Und davon, wie ihr Pfleger, gelernter KFZ -Mechaniker, seine Aufgaben wahrnimmt. Das wöchentliche Bad kündige er stets als Gang in die Waschanlage an und auch die Karosseriewäsche absolviere er perfekt. „Nur die Unterbodenwäsche übernehme ich selbst“, verriet die Seniorin augenzwinkernd.

Von Martina Sommerlade

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