Abstimmung bis zum 19. April

Petition: Schon 2100 Stimmen gegen das Kasseler Bratwurstverbot

Kassel. Es ist das Aufregerthema in Kassel: Erstmals soll es beim „Tag der Erde“ am 23. April keine Bratwurst geben.  Eine Petition soll das ändern. 

Der Verein Umwelthaus Kassel, der Veranstalter, hat entschieden, einen komplett fleischloses Fest zu organisieren. Die Geschichte hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. 

Der Fuldataler Hartmut Schaumburg sammelt seit drei Wochen auf der Bürgerbeteiligungs-Plattform open Petition Stimmen gegen das Bratwurstverbot der Veranstalter. Bis Freitagnachmittag hatten sich insgesamt 2100 Unterstützer beteiligt, davon knapp 1500 aus Kassel. „Wenn sich jetzt jeden Tag noch zehn Leute an der Aktion beteiligen, haben wir die Summe zusammen“, erklärt der IT-Spezialist.

Ist der Initiator der Online-Petition: Hartmut Schaumburg.

Für die Petition sind vor allem Unterschriften von Personen aus Kassel relevant. Sollten 2000 Unterschriften zusammenkommen, stufen die Betreiber von open Petition das Anliegen als bedeutsam ein und fordern eine Stellungnahme der Kasseler Stadtverordnetenversammlung.

„Mit so viel Unterstützung habe ich nicht gerechnet“, sagt Schaumburg, der erst vor Kurzem ein Bratwurst-Seminar im Vogelsberg besucht hat und auch Leberwurst selber herstellt. „Ich habe die Petition gestartet, weil ich generell gegen pauschale Ausgrenzung bin“, so der 60-Jährige. Gerade in Nordhessen gebe es auf Festen viele Aussteller, die großen Wert auf die hohe Qualität von Fleisch legen.

Dass das Bratwurst-Verbot sogar Wahlkampf-Thema wird, das hat der Fuldataler nicht erwartet. Doch er ist sich sicher, dass die Debatte um den „Tag der Erde“ die Oberbürgermeisterwahl nicht entschieden hat: „Die Bratwurst hat weder für Geselle den Sieg, noch für Kalb die Niederlage gebracht.“

Schaumburg, der zwischen Fuldatal und Frankfurt zur Arbeit pendelt, kritisiert, dass die Bratwurst-Diskussion oft zu unsachlich geführt werde. Schaumburg hat bisher das Fest „Tag der Erde“ noch nie besucht: „Doch vielleicht schaue ich dieses Jahr mal vorbei.

Noch bis zum 19. April – also vier Tage vor der geplanten Veranstaltung – kann man online seine Stimme abgeben. Hier geht es zur Petition. 

Der Tag der Erde

Das Fest „Tag der Erde“ wird jährlich am letzten Aprilwochenende in einem anderen Kasseler Stadtteil ausgetragen. Dieses Mal wird am Sonntag, 23. April, in Wolfsanger gefeiert. Die Festmeile erstreckt sich mehr als einen Kilometer lang über die Wolfsangerstraße ab der Kreuzung „Hinter dem Fasanenhof“ bis zur Johannis-Kirche. Seit 1990 veranstaltet der Verein Umwelthaus Kassel am internationalen Tag der Erde mit der Unterstützung des städtischen Umwelt- und Gartenamtes in Kassel das gleichnamige Umwelt- und Kulturfest. Zu der Veranstaltung kommen mindestens 20.000 Besucher.

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