Festgottesdienst: Goldene Konfirmanden in Großenritte erinnerten sich bei Jubilarfeier an ihre Jugendzeit

Pfarrerauto auf der Kirchmauer

Die goldenen Konfirmanden mit Pfarrerin Ulrike Joachimi (ganz links): 1. Reihe von links Brigitte Bürger, Ilse Hofmann, Helga Nase, Elke Meyer-Zur Hörste, Irmgard Jakob, Waltraud Scholz, Ingeborg Gudrun Wagner, Christa Nöding, Gerlinde Gertenbach, Karin Damm. 2.Reihe: Rudi Dolle, Herbert Köhler, Christa Reuter, Helga Köhler, Brigitte Krug, Elfriede Türke, Gisela Boehme, Hiltrud Leutebrandt, Elke Vahrholt (Coppi), Gertraude Hofmeister, Dieter Esser, Elvira Hildebrand, 3. Reihe: Hans Jürgen Schönewald, Helmut Dörrbecker, Karl Töpfer, Herbert Götz, Walter Frölich, Heinz Bachmann, Heinz Ringsleben, Walter Schubbert und Karl Penke. Foto: Dilling

Baunatal. Die Jungen im schwarzen Anzug, viele von ihnen zum ersten Mal mit einer Krawatte um den Hals, die Mädchen im schwarzen Kleid.

So traten 1962 46 Konfirmanden zur ihrer Prüfung bei Pfarrer Friedrich Rose an. Daran erinnerten sich noch viele der ehemaligen Schüler, als sie am Sonntag in Großenritte Goldene Konfirmation feierten. 31 Jubilare waren zum Festgottesdienst mit Pfarrerin Ulrike Joachimi in die Kreuzkirche gekommen. Die übrigen sind bereits gestorben oder waren zu krank, um anzureisen.

Drei Jahre dauerte damals die Konfirmandenzeit und war kein Zuckerschlecken, wie sich Karl Penke erinnert. „Der Pfarrer hatte noch militärischen Drill drin“, sagt der heute 65-Jährige und ergänzt: „Wir mussten viel auswendig lernen. Am Sonntag hakte der Pfarrer auf einer Liste die Anwesenheit beim Konfirmationsgottesdienst in der damals frisch renovierten Kirche ab. Wer nicht gehorchte, wurde schon mal in die Ecke gestellt.“

Streiche gespielt

Dennoch hielt das die Konfirmanden nicht davon ab, dem Geistlichen Streiche zu spielen. Penke erinnert sich daran, dass sie das kleine Auto des Pfarrers, das den Spitznamen Laubfrosch trug, auf die Kirchenmauer hievten.

Nach dem Konfirmationsunterricht bolzten die jungen Leute unbehelligt vom Verkehr auf der Straße. Damals habe es ganze drei Autos in Großenritte gegeben, sagt Penke.

Nach der Konfirmation fing für die meisten Jugendlichen sofort der Ernst des Lebens an. Die meisten hätten gleich ohne Probleme eine Lehrstelle bekommen, da habe sich der Aufschwung durch das erst ein paar Jahre alte VW-Werk in Baunatal positiv bemerkbar gemacht, erzählt Penke. Er selbst hatte die Qual der Wahl. Erst stellte er sich bei der früheren Firma Credé in Kassel vor, dann bestand er die Aufnahmeprüfung bei VW, um dann doch eine Banklehre zu beginnen.

Den Spaß vergaß der spätere Bankkaufmann bei alledem nicht. Er habe als Jugendlicher gern den Kettel-Club, eine Jugenddisco in Elgershausen, besucht, erzählt Penke. (pdi)

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