Diskussion um Straßenname nach ehemaligem Lehrer und Züchtigungsvorwürfe: Ex-Schüler ergreifen Partei

Züchtigungsvorwürfe: Baunataler Lehrer bat Schüler in Brief um Verzeihung

Heinrich Pflug

Baunatal. Die Absicht, in Baunatal eine Straße nach Heinrich Pflug zu benennen, sorgt weiterhin für Diskussionen. Es geht darum, ob ein Bürger mit vielen unstreitigen Verdiensten um die Stadt, der aber als Lehrer Schüler gezüchtigt haben soll, ein weiteres Mal geehrt werden soll.

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Jetzt haben sich ehemalige Schüler Pflugs gemeldet, darunter Martin Kaun (71) aus Altenritte, die über einen Brief mit einer Entschuldigung Pflugs verfügen. Der Pädagoge, Baunataler Ehrenbürger und Träger des Bundesverdienstkreuzes, war 2009 im Alter von 93 Jahren gestorben.

Martin Kaun

In einem Brief aus dem Jahre 2005 schrieb Pflug an Kaun und dessenehemalige Klassenkameraden: „Sollte es jemanden geben, dem ich Unrecht getan habe, den bitte ich herzlich um Verzeihung.“

Kaun, der Kritik an Pflug widerspricht, will dieses Schreiben - von Pflug schon mit zittriger Schrift verfasst - in Abstimmung mit Mitschülerin Elsbeth Kümmel (Kirchbauna) dem Baunataler Stadtarchiv zur Verfügung stellen. Auch deshalb, um Pflugs Verbindung zu Albert Schweitzer für die Nachwelt zu dokumentieren.

Das Stadtparlament hatte Anfang Februar beschlossen, die Straße in einem geplanten Wohngebiet nahe der Heuss-Schule, wo Pflug lange wirkte, nach diesem zu benennen. Das fand viel Zuspruch, rief aber auch eine Reihe von Kritikern auf den Plan.

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