Mit einem Stein bleiben die Sorgen

Pilgertour: Gruppe aus Baunatal ist unterwegs auf der letzten Etappe des Jakobsweges

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Unterwegs in Richtung Santiago: Die Gruppe der Baunataler Gethsemane-Kirchengemeinde. Mit dabei ist immer das eigene Holzkreuz.

Baunatal. Sie sind seit neun Jahren auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Für die Baunataler Pilgergruppe steht dieses Jahr die letzte Etappe auf dem Jakobsweg an.

In diesen Tagen laufen die 25 Pilger aus Hessen und Niedersachsen die 325 Kilometer lange Strecke von León nach Santiago de Compostela.

Die Pilgergruppe aus Baunatal startete 2009 in Würzburg. Jedes Jahr in den Herbstferien wanderten die Pilger eine Etappe. Über die Schweiz und Frankreich ging es bis nach Spanien. Dabei legten sie in den vergangenen Jahren 3000 Kilometer zurück.

Bei der jetzigen Etappe führte der Weg zunächst von León bis Astorga durch eine recht eintönige, landwirtschaftlich genutzte Hochebene. Danach ging es steil bergauf über zwei Bergpässe auf 1540 Meter Höhe. Dabei erlebten die Pilger den ersten Höhepunkt, mit dem Passieren des sogenannten Cruz de Ferro, einem Eisenkreuz, umgeben von einem Steinhaufen, der von Pilgern stetig vergrößert wird. Dort legen die Santiago-Pilger seit Jahrhunderten einen mitgebrachten Stein ab, mit dem sie symbolisch ihre Sorgen und Sünden vor Ort lassen.

Kurz vor dem 1330 Meter hochgelegenen Bergdorf O‘ Cebreiro hatten die Pilger die Grenze der Region León überschritten und Galizien erreicht. In O‘ Cebreiro steht die älteste Kirche am spanischen Jakobsweg. Dabei konnten die Pilger einen herrlichen Sonnenaufgang mit Blick über die Mittelgebirgslandschaft Galiziens beobachten.

Anschließend führte der Weg weiter in die abwechslungsreiche, von Wäldern, kleinen Weilern und einzelnen Bauernhöfen geprägte charakteristische Landschaft Galiziens. In Teilen erinnert die Natur an die nordhessische Heimat.

Der Weg ging anschließend weiter durch eine von kleinen Eichen- und Maronenwäldern sowie Wiesen und Weiden geprägte Herbstlandschaft.

Auf der Strecke gibt es täglich neue Herausforderungen: War es an einem Tag die gnadenlos sengende Sonne Spaniens, so sind es am nächsten Tag Auf- oder Abstiege von bis zu 800 Höhenmetern. Hinzu kommen lange Asphaltstrecken, die zu bewältigen sind, und Probleme bei Reservierungen vor Ort. All die Strapazen nehmen die Pilger in Kauf, um dem großen Ziel, Santiago de Compostela näher zu kommen. Zudem gibt es für die 25 Pilger täglich einen Gottesdienst mit Abendmahl.

Dieser findet mal in einer alten romanischen Kirche am Weg, mal unter freiem Himmel an einem provisorisch aufgebauten Altar statt. Die Pilgerreise steht dieses Jahr unter dem theologischen Thema: „Abraham - Urvater des Glaubens“, das den Mittelpunkt der Gottesdienste bildet. 

Am 21. Oktober will die Gruppe das Ziel erreichen, ein weiterer Bericht folgt.

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