Neue Brücke über die Losse: Niestetal und Kassel warten auf Zuschuss vom Land

Pläne fertig, Geld fehlt

B. Bidzan- Cornelius

Niestetal / Kassel. Um die Umwelt zu schonen und die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern, ist dem Solartechnikhersteller SMA in Niestetal sehr daran gelegen, dass möglichst viele Beschäftigte mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen. Das Unternehmen ist Vorreiter des Projekts „bike + business“ in der Region, bei dem der Fahrradclub ADFC und der Zweckverband Raum Kassel die Federführung haben. Einer der wichtigsten Radwege, auf dem die Mitarbeiter zur Unternehmenszentrale in Sandershausen gelangen, führt in Sichtweite des Kasseler Müllheizkraftwerks über die Losse.

Und genau dort liegt das Problem. Die Brücke aus Holz, die auf Niestetaler Gebiet das Gewässer überquert, ist seit Jahren marode. Das Holz ist derart vergammelt, dass Teile des Geländers und der Brückenoberfläche inzwischen mit Metallplatten ausgebessert werden mussten. Auch die Breite entspricht mit nur knapp 1,20 Meter nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Fußgänger- und Radweg. Die Grünen im Niestetaler Parlament befürchten, dass die Brücke, für die die Gemeinde und die Stadt Kassel gemeinsam die Verantwortung tragen, demnächst gesperrt werden muss.

Um das zu verhindern, schlägt Parteisprecher Alois Lorscheider-Brinkmann vor, die Gemeinde Niestetal möge den Bau eines neuen Überwegs vorfinanzieren und sich die ausgelegte Summe später von der Fuldastadt und dem Land Hessen als Zuschussgeber zurückholen. In der Praxis funktioniert diese Idee aber nicht. Der Grund: Die Zuschüsse des Landes Hessen für das Bauprojekt würden verfallen, wenn die Eigentümer der Brücke den Auftrag vergeben, ohne einen Bescheid des Verkehrsministeriums in der Hand zu haben, erläutert Binasa Bidzan-Cornelius. Die Bauingenieurin ist beim städtischen Hochbauamt für die Brücken zuständig.

Die Pläne für einen Neubau der Lossebrücke liegen bei ihr längst in der Schublade, der Antrag auf Förderung durch das Land ist gestellt. Im Kasseler Hochbauamt rechnet man damit, dass Wiesbaden bis zu 80 Prozent der Kosten von insgesamt rund 250 000 Euro übernimmt.

Wann das Ministerium grünes Licht für den Neubau gibt, ist noch nicht klar. „Wir hoffen, dass dies noch in diesem Jahr der Fall sein wird“, sagt Bidzan-Cornelius, die zuletzt den Neubau der Kasseler Hafenbrücke leitete.

Reinhold Rehbein, Sprecher des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen in Kassel, will sich auf HNA-Anfrage nicht auf einen Zeitpunkt festlegen. Es komme auch darauf, an welcher Stelle auf den Prioritätenlisten von Stadt und Landkreis Kassel das Bauprojekt stehe. Archivfotos: nh HINTERGRUND KOMMENTAR

Von Peter Ketteritzsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.