Seniorenanlage Frommershausen

Geringe Nachfrage: Pläne für Stadtvillen liegen auf Eis

Sie werden zunächst nicht gebaut: Die Stadtvillen an der Seniorenanlage Rembrandtweg in Vellmar. Repro: Brandau

Vellmar. Es waren ambitionierte Pläne, mit denen die Medical-Park-Holding GmbH in Essen vor gut zwei Jahren an die Öffentlichkeit ging. Jetzt liegen die Pläne für die vier Stadtvillen auf Eis.

Rund 13 Millionen Euro wollte die Betreibergesellschaft in die Seniorenanlage im Vellmarer Rembrandtweg investieren und neben einem neuen, dreigeschossigen Gebäude, mit 42 schwellen- und barrierefreien Wohnungen, auch vier Stadtvillen auf ihrem Gelände im Stadtteil Frommershausen errichten. Doch diese Pläne liegen vorerst auf Eis, teilte die Geschäftsleitung auf Anfrage mit. Grund dafür seien die gestiegenen Baupreise sowie die mangelnde Nachfrage nach Eigentumswohnungen mit gehobener Ausstattung. „Wir haben uns über ein Jahr bemüht, Interessenten zu finden, die bereit wären, einen Kaufpreis von 2350 Euro pro Quadratmeter zu akzeptieren“, erklärte Thadeuz Cymerman, Geschäftsführer der Holding. Trotzdem gebe es Verhandlungen mit einem starken Bauträger, der das Projekt noch realisieren möchte.

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Unabhängig von den Bauplänen wurden in die Seniorenresidenz 500.000 Euro investiert. So wurden alle Fassaden neu gestrichen, alle Bodenbeläge ausgetauscht und der Innenhof zu einem Sinnesgarten umgestaltet. In diesem Jahr wurden zwölf ehemalige Doppelzimmer zu Komfortzimmern umgebaut. Acht weitere Zimmer sollen im nächsten Jahr folgen.

Dass die Bewohner die Intimität eines Einzelzimmers schätzen, kann Heimleiterin Christina Rönnfeldt nur bestätigen. „Die Nachfrage ist groß und einen moderaten Aufschlag für das große Komfortzimmer nehmen unsere Bewohner gern in Kauf“, erklärt die 51-Jährige, die das Haus im Rembrandtweg seit 2004 leitet. Zu den ersten Bewohnern, die ein Komfortzimmer bewohnen, gehört Aloysia Steinhauer. Das neue, rund 30 Quadratmeter große Zimmer ist mit neuem Fußboden und einem Flachbildfernseher ausgestattet und bietet der 87-Jährigen viel Platz für Erinnerungsstücke aus ihrer ehemaligen Wohnung. „Weil ich verschiedene Möbelstücke mitbringen konnte, fühlte ich mich hier viel schneller wohl“, erklärte die Seniorin, die seit Mai im Rembrandtweg ihr neues Zuhause hat.

Hätte sie ein Doppelzimmer bekommen, hätte sie ihre Möbel verkaufen oder entsorgen müssen. Außerdem habe man mit diesem großen Komfortzimmer viel mehr Privatsphäre, fast so, wie in der früheren Wohnung.

Besonders freut sich die Seniorin aber auf das kommende Frühjahr, denn dann kann sie von ihrem geräumigen Zimmer aus ebenerdig in den neu gestalteten Innenhof des Senioren-Wohnsitzes gehen. Er ist als Sinnesgarten angelegt und bietet vor allem Demenzkranken die Möglichkeit, mit einem Rundgang durch den Hof - durch Sehen, Fühlen, Riechen und Erleben - ehemals vertraute Eindrücke neu zu entdecken.

Im Frühjahr sollen dann zwei Pavillons und eine große Sonnenterrasse für ungetrübten Aufenthalt an der frischen Luft sorgen.

Von Werner Brandau

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