Plätzer statt Gimmler: Über den Wahlabend in Schauenburg

Strahlende Gesichter auf der Gewinnerseite: Der neu gewählte Bürgermeister für Schauenburg Michael Plätzer (SPD) mit Tochter Lea und Ehefrau Marion. Plätzers Amtszeit wird am 8. Juni beginnen. Foto: Naumann

Schauenburg. Wohl die meisten hätten darauf gewettet, dass es in Schauenburg eine Stichwahl geben würde. Doch dann das.

SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Plätzer machte am Wahlsonntag gleich in der ersten Runde das Rennen. Und das mit deutlichem Vorsprung vor der noch amtierenden, aber nun abgewählten Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU).

So erhielt Plätzer 55,72 Prozent der Stimmen (was 2940 Wählerstimmen entspricht), während Ursula Gimmler nur auf 26,04 Prozent kam (1374 Wählerstimmen). Als Schlusslicht ging Gerhard Schaumburg, Kandidat der Offensive Schauenburg, aus dem Wahlgang. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,6 Prozent (5276 Wählerstimmen) bei insgesamt 8269 Wahlberechtigten.

Kaum waren in Schauenburg um 18 Uhr die Wahllokale geschlossen, als auch schon 20 Minuten später die erste Wahlkreis-Auszählung ins Rathaus flatterte. Elmshagen:Plätzer 71,52 Prozent, Gimmler 15,15 Prozent, Schaumburg 13,33 Prozent. Ein Raunen ging durch das Rathausfoyer, dort wo die Verwaltung zu einer Wahlparty eingeladen hatte. Dann die Wahlkreise für Hoof: Plätzer 63,36 Prozent, Gimmler 26,49 Prozent, Schaumburg 10,14 Prozent. Da wurden die Mienen schon ernster. „Das sind typische SPD-Hochburgen“, versuchte sich Gerhard Schaumburg zu beruhigen. Doch Ursula Gimmler ahnte schon, dass es eng für sie werden würde. „Das sieht nicht gut aus“, sagte sie. Und nach einem Schluck aus dem Cola-Glas: „So rein vom Gefühl her ist die Sache durch.“

Gimmler sollte Recht behalten. Als gegen 19.10 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis per Beamer ausgespielt wurde, gab es im Foyer kein Halten mehr: „Plätzer ist es“, applaudierten seine Anhänger. Schon um Fassung ringend, beglückwünschte Bürgermeisterin Ursula Gimmler Michael Plätzer zu seinem Wahlerfolg. „Ich habe keine Ahnung woran es gelegen hat“, sagt sie noch kurz gegenüber der HNA. Die Stimmung in den vielen Gesprächen mit Bürgern während des Wahlkampfes sei eine andere gewesen. „Aber man merkt immer erst hinterher, wer einem die Wahrheit sagt“. Dann griff sie zu ihrem Mantel und verlies das Rathaus durch die Hintertür. Zu diesem Zeitpunkt war Schaumburg schon längst gegangen.

Strahlender Wahlsieger

„Ich hatte mit einem starken Ergebnis gerechnet“, sagt Plätzer. „Aber dass es gleich im ersten Wahlgang geklappt hat, war auch für mich eine Überraschung“. Plätzer hatte mit einem, wie er sagt, „umsetzbaren Wahlprogramm“ geworben. „In meinen Gesprächen mit den Bürgern ist mir große Unzufriedenheit begegnet. Offenbar habe ich mit meinen Themen die richtigen Antworten gehabt“, sagt Plätzer selbstbewusst.

Inzwischen verteilen die beiden Wahlleiter Malte Glaser und sein Stellvertreter Michael Leise die Wahlkreisergebnisse auf Zetteln. Das Ergebnis spricht für sich: Breitenbach: Plätzer: 60,15 Prozent, Gimmler: 25,19, Schaumburg: 14,66. Martinhagen: Plätzer: 51,83, Gimmler: 39,87, Schaumburg: 8,31. Elgershausen: Plätzer: 48,18, Gimmler: 22,91, Schaumburg: 28,91 Prozent.

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