Los Angeles Times berichtete über Tierplage in Nieste

Waschbären-Plage interessiert US-Medien

Nieste/Los Angeles. Nun hat es Nieste tatsächlich auf die Seiten von Kaliforniens bedeutendster Tageszeitung gebracht: Unter der Überschrift „Unglücklicherweise ist Deutschland ein Wunderland für Waschbären“ berichtete die Los Angeles Times am 26. September in großer Aufmachung über den aussichtslosen Kampf gegen die kleinen, maskierten Invasoren aus den USA.

Autor Henry Chu, Europa-Korrespondent der L A-Times, war durch einen Bericht der HNA über den Umgang Niestes mit der Waschbären-Plage auf das Problem aufmerksam geworden. Chu reiste von London nach Nieste und traf sich mit Bürgermeister Edgar Paul, der als Jäger schon eigenhändig gut zwei Dutzend Waschbären erlegt hat.

Ein Foto zeigt die frühere Grundschulleiterin Marga Trautmann-Winter mit einem der inzwischen über 20 Waschbären, die sie in Drahtfallen auf ihrem weitläufigen Grundstück in der Dorfmitte von Nieste gefangen hat.

Hier geht es zur Webseite der Los Angeles Times

Times-Reporter Chu beschreibt auch die Situation in Berlin, wo die Stadtbevölkerung inzwischen um 500 Waschbären-Familien angewachsen sei. Berlins Jagdreferent Derk Ehlert wird mit den Worten zitiert: „Es ist ein Geschenk der amerikanischen Bevölkerung.“ Und Chu schildert die nahezu hysterische Furcht des britischen Boulevard-Blattes „Sun“, auf dessen Internetseite vor „Nazi-Racoons“ gewarnt wird, die quer über den Kontinent auf den englischen Kanal zumarschierten, „wie es einst die Nazis taten“.

Ehlert räumt allerdings in dem Artikel mit dem „Mythos“ auf, Obernazi Hermann Göring habe persönlich den Befehl gegeben, zwei Waschbären-Pärchen am Edersee auszusetzen. Tatsächlich habe Göring damit nichts zu tun gehabt. Die aus den USA importierten Tiere seien ausgesetzt worden, um die heimische Tierwelt zu bereichern.

Bei den kalifornischen Lesern ist der Bericht auf belustigte Begeisterung gestoßen, er wird kräftig kommentiert. Ein Leser hat sogar einen Vorschlag, wie das Fehlen natürlicher Feinde in der deutschen Natur ausgeglichen werden könnte: „Vielleicht sollten wir ihnen ein Rudel Wölfe und ein paar Hundert Kojoten schicken.“ (tom)

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