Kreistag lehnt Antrag der Grünen ab, eine Zusammenarbeit beider Baunataler Gesamtschulen zu prüfen

Planungsbüro taucht auf Schriftstück auf

Platzt aus allen Nähten: Die Theodor-Heuss-Schule in Baunatal. In den vergangenen Jahren haben sich dort vermehrt Schüler angemeldet. Nun soll angebaut werden. Ein Antrag der Grünen, Alternativen zum Anbau zu prüfen, fand bei der Kreistagssitzung in Naumburg keine Mehrheit. Archivfoto:nh

Baunatal. Neubauten sollten ebenso vermieden werden wie Leerstände und zusätzliche Kosten. Doch der Antrag der Grünen-Fraktion im Kreistag, eine schulorganisatorische Zusammenarbeit zwischen den Baunataler Schulen Erich Kästner (EKS) und Theodor Heuss (THS) zu prüfen, scheiterte bei der Kreistagssitzung am Montag in Naumburg knapp an der erforderlichen Mehrheit.

Grünen-Sprecherin Steffi Weinert (Breuna) hob in ihrem Antrag auf die räumliche Nähe beider Schulen zueinander ab. Bevor neu gebaut werde, solle über Alternativen gesprochen werden. Das bestehende schullaufbahnbezogene und pädagogische Programm mit den Wahlmöglichkeiten zwischen integriertem und additivem Gesamtschulangebot sowie einem Gymnasialzugang ab Jahrgangsstufe 5 solle dabei erhalten bleiben.

Unterschiedliche Schul- und Zeitsysteme würden bei einer Zusammenarbeit beider Schulen zu einer Einschränkung des Wahlsystems führen, sagte Landrat Uwe Schmidt. Eine Synchronisierung der Schulen bedeute den Abschied von einer Schulform. Nach eingehender Prüfung sei man zum Ergebnis gelangt, dass eine bauliche Erweiterung der THS, an der die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, die kostengünstigste Variante sei. Die knapp zwei Millionen Euro für den Anbau wolle die Stadt Baunatal dem Landkreis Kassel als zinsloses Darlehen zur Verfügung stellen.

Heftige Kritik hagelte es für ein Schriftstück, das den Abgeordneten vorgelegt worden war, vom Liberalen Lasse Becker (Vellmar). „Das ist ein Schmierpapier mit Kringeln. Und wir sollten auf der Basis irgendwelcher Kringel keine Entscheidungen treffen“, wetterte er in Richtung Landrat. Offenbar war auf dem Schriftstück der Name der RSE Planungsgesellschaft vermerkt, die unter anderem auch Schulbauten entwirft. CDU-Mitglied Andreas Mock (Baunatal) sagte, dass es bei der Bedarfsprüfung durch ein Planungsbüro niemanden wundern müsse, wenn das Unternehmen zum Schluss komme, ein Neubau sei erforderlich.

Landrat Schmidt war die Angelegenheit sichtlich unangenehm. Lasse Becker wollte von ihm eine Erklärung. Schmidt gab an, nicht zu wissen, wie das Papier in die Unterlagen gelangt sei. Er werde eine schriftliche Erklärung nachreichen.

Von Antje Thon

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