Zeugin der Tierquälerei in Lohfelden: Plötzlich flogen Federn

Berichtet von wiederholten Vandalismusschäden: Rolf Markert steht an der Bushaltestelle in Lohfelden, an der Jugendliche am Freitagabend Enten als Fußball missbrauchten. Die Tiere starben an den Tritten. Fotos:  Fischer

Lohfelden. Die 21-jährige Frau aus Lohfelden war am Freitagabend eigentlich zu einer Geburtstagsfeier unterwegs. Als sie gegen 21.15 Uhr an der Bushaltestelle an der Langen Straße in Lohfelden vorbeifuhr, sah sie fünf bis sechs Jugendliche. „Ich dachte, die spielen dort Fußball.“

Als die junge Frau in den Rückspiegel ihres Autos blickte, traute sie aber ihren Augen nicht. „Ich sah überall Federn fliegen.“ Anna (Name von der Redaktion geändert) zögerte nicht. Sie fuhr mit ihrem Wagen zurück und stieg aus.

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Die 21-Jährige musste mit ansehen, dass die Jugendlichen nicht mit einem Ball kickten, sondern gegen lebende Enten traten. Die Jugendlichen benutzten die Tiere als Fußball. „Als sie mich sahen, sind sie lachend weggegangen, Richtung Schwimmbad“, erzählt Anna. Sie geht davon aus, dass die Jugendlichen alkoholisiert waren, weil sie Flaschen dabei hatten. Zudem gab sie bei der Polizei an, dass es sich um Osteuropäer handelte. „Das habe ich an den Gesichtszügen erkannt.“

Anna ging zu den Enten. „Die lagen in den letzten Atemzügen und sind jämmerlich verreckt.“ Die junge Frau erzählt von einem älteren Mann um die 80, der auch alles beobachtet habe. Der habe die Enten genommen und an den Straßenrand gelegt. Die 21-Jährige rief die Polizei. „Ich war total geschockt und musste weinen. Normalerweise bekommt man doch im Elternhaus beigebracht, dass Tiere Lebewesen sind, mit denen man nicht so umgeht.“

Niemand griff ein

Zudem ist die 21-Jährige entsetzt darüber, dass sonst niemand eingegriffen habe. Der alte Mann habe wahrscheinlich Angst gehabt. „Wenn die schon gegen Enten treten, dann hat man natürlich Angst, selbst angegangen zu werden.“ Aus diesem Grund möchte die Zeugin auch nicht ihre Identität preisgeben. Allerdings seien mehrere Autofahrer an der Bushaltestelle vorbeigefahren und hätten die offensichtliche Tierquälerei sehen müssen. Zudem hätten am Freitagabend viele Menschen im Außenbereich der benachbarten Lokale gesessen. Die 21-Jährige geht davon aus, dass die Enten in ihrem Todeskampf Laute von sich gegeben haben müssen. „So etwas hört man doch.“

Die Enten stammen vermutlich von dem nur wenige Meter entfernten Bürgersee. Dass es dort immer wieder zu Vandalismusschäden kommt, davon berichtet Rolf Markert, der sich ehrenamtlich um den See kümmert. „Abends lungern hier immer Jugendliche rum, saufen, machen Bambule und werfen mit Flaschen.“

Er berichtet, dass einige auch mit Steinen auf größere Fische im See zielen würden. „Es ist schlimm, was bei uns alles passiert“, sagt Markert.

Hinweise auf die Täter an die Polizei unter Tel. 05 61/9100.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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