Ausschuss vertagte Entscheidung

Poker um Netto-Markt für Helsa

Kein Ende der Tristesse in Sicht: In der Ausschusssitzung wurde deutlich, dass die Ansiedlung eines Lebensmittelgeschäfts im leer stehenden ehemaligen Tegut-Markt (Bild) keine Chance hat. Foto: Dilling

Helsa. Der Poker um die mögliche Ansiedlung eines Netto-Discountmarkts am Ortsausgang von Helsa in Richtung Wickenrode geht weiter. Der Planungsausschuss der Gemeinde Helsa hat das Thema erst einmal vertagt. 

Vor einer endgültigen Entscheidung soll der Konkurrent Edeka der Gemeinde ein zukunftsfähiges Angebot über die Modernisierung und Erweiterung seines Markts an der Berliner Straße machen.

Eines scheint nach der Sitzung jedenfalls klar zu sein: Der Leerstand im ehemaligen Tegut-Markt an der Bahnhofstraße in unmittelbarer Nähe der Tramhaltestelle wird auf Dauer bleiben. Weder der Discounter Netto noch die Edeka Hessenring wollen in das leere Gebäude einziehen. Die Edeka-Gruppe habe jetzt den Mietvertrag über den bestehenden Markt an der Berliner Straße um fünf Jahre verlängert, teilte Harald Aschenbrenner, Seniorchef des Marktes, mit. Einen Umzug an die Bahnhofstraße schloss er aus. „Das würde sich für uns nie rechnen“, sagte er.

Weitere Verhandlungen

Der Eigentümer des Tegut-Geländes, die Bavaria Bauprojekt (Rotenburg/Fulda), hat der Gemeinde laut Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) allerdings mitteilen lassen, man verhandele nach wie vor mit Edeka über eine Ansiedlung. Wenn Netto bauen dürfe, würden diese Gespräche gegenstandslos. Dieses Schreiben wurde im Ausschuss jedoch überwiegend als Manöver verstanden, Druck auf die Gemeinde auszuüben. Einzelhändler Aschenbrenner wie auch Jürgen Scholz von der Dorfgemeinschaft Helsa meinten, am Standort Bahnhofstraße bestehe keine Chance auf die Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts. Edeka wie Netto wollten nur an die Bundesstraße, sagte Aschenbrenner.

Der Seniorchef des Edeka-Marktes machte deutlich, dass er große Umsatzverluste erwarte, wenn Netto kommt. „Wenn Netto in der Nähe baut, ist das das Todesurteil für Edeka“, pflichtete Ausschussmitglied Rainer Dallmann von der Grünen Liste Helsa (GLH) ihm bei.

Der Ausschuss machte aber auch deutlich, dass man von Edeka für einen Verzicht auf den Discounter Gegenleistungen erwartet. „Wir scheuen uns, den Bürgern zu sagen: Es bleibt alles beim Alten“, sagte die Erste Beigeordnete Ute Wolfram-Liese (SPD). Wenn Helsa attraktiv für junge Familien bleiben wolle, müsse das Einkaufsangebot ansprechender werden.

Küthe hält eine Erweiterung von Edeka am bisherigen Standort im hinteren Grundstücksbereich für möglich. Die Gemeinde benötige eine Perspektive über die neue Mietperiode von fünf Jahren hinaus.

Der Planungsaussschuss der Gemeinde wird sich in seiner nächsten Sitzung am 19. März (19.30 Uhr im Gemeindesaal, Berliner Straße 20) mit der Netto-Ansiedlung beschäftigen.

Von Peter Dilling

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