Kandidaten-Porträt: Björn Sänger (FDP) will wieder in den Bundestag

Vollblutpolitiker und Liberaler: Zum Gespräch lädt Björn Sänger gern in ein Café ein. Der Ahnataler ist leidenschaftlicher Kaffeetrinker. Das braune Getränk ist auch bei politischen Diskussionen sein Begleiter. Foto: Dilling

Baunatal/Schauenburg. Steher- und Nehmerqualitäten kann man Björn-Sänger nicht absprechen. Drei Mal kandidierte der heute 38-Jährige auf dem FDP-Ticket für den Deutschen Bundestag. Erst beim letzten Mal, 2009, klappte es, sein Stimmenergebnis hatte er kontinuierlich verbessert.

Nun steht die Verteidigung seines Mandats im Wahlkreis 167 an. „Ich bin der dienstälteste Kandidat“, sagt Sänger lächelnd. Und er ist zuversichtlich: „Die Waldecker sollten FDP wählen, wenn sie mit mehr als nur einem Abgeordneten in Berlin vertreten sein wollen“

Der gebürtige Kasseler wirkt im Gespräch auf den ersten Blick etwas unterkühlt und beherrscht. Fragen nach seinem Privatleben blockt der Politiker weitgehend ab. 2011 habe er geheiratet. Er sei Mitglied im KSV Hessen Kassel und gehöre dem Bundestagsfanclub „Bundesadler“ an, der mit den Kickern von Eintracht Frankfurt mitfiebert. Das muss reichen.

Vielleicht hat die Distanziertheit etwas mit Sängers Faible für Zahlen zu tun. Es ist wohl kein Zufall, dass sich der Bundestagsneuling von seiner Fraktion in den Finanzausschuss schicken ließ. Schon als Gymnasiast an der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel wählte er Mathematik als Leistungskurs. Noch während des Studiums gründete der Diplom-Ökonom mit Kommilitonen eine Unternehmensberatungsfirma.

Im Bundestag arbeitet der Wahl-Ahnataler mit daran, die aus den Fugen geratenen Finanzwelt zu bändigen. Er bekennt sich klar als Wirtschaftsliberaler in der Tradition des früheren, inzwischen gestorbenen FDP-Vordenkers Otto Graf Lambsdorf. „Freiheit in der Wirtschaft und Bürgerrechte, das sind zwei Seiten einer Medaille. Ich will mein Leben selbst in die Hand nehmen, ohne dass mir der Staat hineinredet. Die Liberalität hat aber auch für Sänger Grenzen: Der Finanzwelt fehle häufig „das moralisch-ethische Fundament“, sagt er. Handeln und Haftung der Akteure müsseten verknüpft werden, kurz: „Da braucht man Regeln“. An denen hat er mitgearbeitet. Sänger ist stolz darauf, dass sein Name auch in vielen ausländischen Zeitungen genannt worden ist. Hinterbänkler liegt ihm nicht. Er habe in den vergangenen vier Jahren 55 Reden gehalten und an 25 Gesetzentwürfen mitgearbeitet.

Sängers Ziele stehen fest: Dem Mittelstand, den Handwerkern will er neue Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen, Steuererhöhungen verhindern. Sänger wird das mit Lust tun. „Politik ist wie eine Droge, auch wenn man ein Stück weit nicht mehr Herr seines Lebens ist“, sagt er. DREI MAL, ZUR PERSON

Von Peter Dilling

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