Geltende Verkehrsvorschriften

Polizei gibt Tipps: Erhöhte Vorsicht an Haltestellen

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Manchmal unübersichtlich: Wenn ein Bus an einer Haltestelle hält, müssen Autofahrer besonders vorsichtig daran vorbeifahren.

Baunatal . Zwei Mädchen wurden in der vergangenen Woche von Autos angefahren, nachdem sie an einer Haltestelle aus dem Bus ausgestiegen waren.

Viel wurde in den vergangenen Tagen über die Sicherheit an Bushaltestellen diskutiert. Wir blicken deshalb mal auf die geltenden Vorschriften. Halte ein Busfahrer ganz normal an einer Haltestelle, „darf nur vorsichtig vorbeigefahren werden“, erläutert Ingo Pies von der Verkehrsinspektion des Polizeipräsidiums die richtige Verhaltensweise für herannahende Autofahrer. Das sage der Paragraf 20 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung.

Die Situation verschärft sich, wenn der Busfahrer zusätzlich die Warnblinkanlage einschaltet. Das geschehe beispielsweise regelmäßig im Bereich von Schulen, berichtet der Polizeioberkommissar. „Die Busfahrer wissen schon Bescheid, so gut wie immer schalten sie das Warnblinklicht ein.“

Diese Situation ist in der Straßenverkehrsordnung ebenso genau geregelt. Dort heißt es: An einem Bus, der mit eingeschaltetem Warnblinklicht an einer Haltestelle steht, dürfen Verkehrsteilnehmer nur mit Schrittgeschwindigkeit - das sind höchstens vier bis sieben km/h - vorbeifahren. Schrittgeschwindigkeit gilt ebenso für entgegenkommende Fahrzeuge.

Polizei will Kinder auf Gefahren aufmerksam machen

In dieser Situation müssten Autofahrer „extreme Vorsicht walten lassen“, betont Pies. Grundsätzlich versuche die Polizei, Kinder in der Verkehrserziehung auf die Gefahren im Bereich von Haltestellen aufmerksam zu machen. „Auch die Busfahrer passen sehr gut auf“, sagt der Experte. Das alles habe dazu geführt, dass es an Haltestellen nicht besonders viele Unfälle gebe.

Steffen Müller vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) verweist ebenso auf den Paragraf 20 in der Straßenverkehrsordnung. Darüber hinausgehende Anweisungen an Busfahrer gebe es beim NVV nicht, sagt Müller. Als regionaler Aufgabenträger könne man dies gesetzlich auch nicht.

Allerdings können Straßenverkehrsbehörden Haltestellen als „gefährliche Haltestellen“ einstufen. Dann müssen die Busfahrer die Warnblinkanlage auf jeden Fall einschalten. Für den Verkehr gilt: Schrittgeschwindigkeit. In Baunatal gebe es diese Einstufung bisher aber noch nicht, erläutert Stadtsprecher Roger Lutzi.

Von Sven Kühling

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