Polizei kontrolliert Verkehr auf der Bundesstraße 7

Kaufungen. Bei einer groß angelegten Verkehrskontrolle auf der Bundesstraße 7 bei Niederkaufungen hat die Polizei am Donnerstag zahlreiche Lastwagen und Pkw unter die Lupe genommen.

Der Holländer hinter dem Lenkrad des Sattelzuges ist sauer. Und das lässt er die Polizisten spüren. Mit seiner Ausrede kommt der Mittsechziger, der provozierend auf einem Zigarillo kaut, aber nicht durch. Zur Post nach Kaufungen habe er gewollt, Geld holen, erzählt er den Beamten, während die seine Papiere checken.

Auf der Bundesstraße 7 darf der Holländer mit seinem 38-Tonner aber gar nicht fahren - schließlich will er weder Waren liefern, noch Waren abholen. Zahlreiche Lastwagen, Lieferwagen, aber auch Pkw werden am Donnerstag bei der Kontrolle auf der vielbefahrenen Ost-West-Verbindung vorübergehend aus dem Verkehr gezogen. Hinter der Abfahrt Niederkaufungen haben die Beamten einen Kontrollpunkt errichtet.

Rund 30 Polizisten, unter ihnen auch einige in Zivil, überprüfen die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten, die Echtheit von Führerscheinen und Pässen, die Ladung von Lastwagen, und halten Ausschau nach Fahrzeugen, auf die es Diebe gegenwärtig besonders häufig abgesehen haben: VW-Busse und BMW-Sportwagen. Wer dort unter die Lupe genommen wird, entscheidet sich allerdings schon auf der Bundesstraße. „Da spielt Erfahrung eine große Rolle“, sagt Volker Pieper, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Ost in Bettenhausen.

Bei der Frage, wer herausgewinkt wird, setzen die Polizisten aber auch auf moderne Technik: Ein Kennzeichen-Lesegerät scannt die Nummernschilder der vorbeifahrenden Autos. „Der Computer prüft dann, ob die Fahrzeuge zur Fahndung ausgeschrieben sind“, sagt Oberkommissar Frank Göbel-Baum, der das an eine Radaranlage erinnernde Gerät bedient. Sein Kollege Günter Biese prüft derweil am Laptop den Pass eines Sprinter-Fahrers aus Litauen auf seine Echtheit. Der Computer der Spezialisten kennt die Merkmale aller weltweit ausgegebenen Personendokumente. Keine Auffälligkeiten, die Fahrt kann weitergehen.

Von Peter Ketteritzsch

Situation auf der B7 hat sich entschärft

Die Zahl der Unfälle auf der einst berüchtigten Bundesstraße 7 sind zwischen 2006 und 2010 von 135 auf 81 zurückgegangen. Waren 2006 auf der B 7 noch fünf Todesopfer zu beklagen, starb dort in folgenden Jahren kein Mensch mehr. Auch die Sachschäden nahmen erheblich ab: von 650 000 auf zuletzt 279 000 Euro pro Jahr. Die Polizei führt die positive Entwicklung maßgeblich auf die intensiven Kontrollen zurück. Bereits am Dienstag hatten Beamte des Polizeireviers Ost zwischen Kaufungen-Papierfabrik und Helsa-Waldhof den Verkehr kontrolliert. (ket)

Rubriklistenbild: © Ketteritzsch

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