Mehr als 3000 Exponate im Museum Hof Helse

Geschichtskreis Vellmar feiert 25-jähriges Bestehen

Wird vom Geschichtskreis betreut: Die Zinnfiguren-Sammlung Herzfeld mit rund 30 000 Figuren im Schloss Wilhelmsthal bei Calden.

Vellmar. Wer wissen will, wie vorbildliches ehrenamtliches Engagement aussieht, der sollte das Museum Hof Helse des Geschichtskreises Vellmar besuchen. Allein in die Schreinerarbeiten investierte Günter Kollmann weit mehr als 3000 Stunden Eigenleistung.

Und Vorsitzender Karl-Heinz Gauler sorgt als gelernter Grafiker für die liebevolle Ausstattung des Museums und der Ausstellungen. Nur zwei Beispiele von vielen, die belegen, warum sich das Museum im Hof Helse längst als feste kulturelle Adresse in Vellmar etabliert hat. In diesem Jahr feiert der Geschichtskreis sein 25-jähriges Bestehen.

Angefangen hat alles Mitte der 1980er-Jahre. Da gründete sich eine Arbeitsgruppe, aus der kurz darauf auf Initiative des heutigen Ehrenmitglieds Werner Brandau der Geschichtskreis Vellmar hervorging. „Da haben wir Blut geleckt“, erinnert sich Gauler an die Anfänge. Nachdem das Museum zuerst in einer Etage des Vellmarer Bahnhofs eingerichtet war, bezog die Volkskundliche Sammlung des Geschichtskreises 2004 die wesentlich größeren Räume im Hof Helse. Der heutige zweite Vorsitzende Wilfried Marställer stellte den Geschichtsfreunden das Gebäude langfristig mietfrei zur Verfügung. Auf drei Etagen konnten sie ihre Schätze - mehr als 3000 Exponate - danach ausbreiten.

Sammelleidenschaft: Auch diese prächtige Fahne ist im Museum Hof Helse des Geschichtskreises Vellmar unter den anderen mehr als 3000 Exponaten zu sehen.

Die Vereinsmitglieder waren sich schnell einig, dass die Ortsgeschichte im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stehen sollte und arbeiteten sich in die Fachliteratur ein. Wert wurde darauf gelegt, dass rund 90 Prozent aller Ausstellungsstücke auch aus Vellmar stammten.

Als erstes Projekt wurde vom Geschichtskreis die Statue des Ortsdieners in Obervellmar als Erinnerung an diesen Beruf realisiert, erinnert sich Werner Brandau, der Erste Vorsitzende des Kreises, der bis 1995 im Amt blieb. Es folgten Dieter Carl (1995 bis 1997) und Karl-Heinz Gauler (seit 1997). Kopf und Brust wurden von einem angehenden Steinmetz als dessen Meisterstück kostenlos gefertigt, der Rumpf wurde über ein Straßenfest finanziert.

Karl-Heinz Gauler

Ein Großprojekt war die Erstellung der Ortssippenbücher. Dafür wurden alle kirchlichen Unterlagen seit 1653 ausgewertet. Der Verein sorgte auch dafür, dass die 30.000 Zinnfiguren der Herzfeld-Sammlung in die Obhut des Geschichtskreises übergingen. Ein Großteil ist heute im Schloss Wilhelmsthal ausgestellt. Daneben wurde natürlich auch intensiv weiter für das Museum gesammelt. Ob Telegrafenanlage, altes Bügeleisen oder historische Fahne - alles wurde in das Museum integriert. Längst bieten dem Geschichtskreis auch Bürger immer wieder ihre Exponate an.

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