Die katholische St.-Pius-Kirche im Baunataler Stadtteil Großenritte steht seit kurzem unter Denkmalschutz

Prädikat für ein schlichtes Gotteshaus

Schlichter Kirchenraum: Die Gestaltung der Großenritter Pius-Kirche ist ein Zeugnis der ausklingenden Nachkriegsmoderne.

Baunatal. Auf den ersten Blick wirkt der weiße Bau mit dem zeltartigen Dach eher unscheinbar. Und doch ist die St.-Pius-Kirche in Großenritte etwas ganz Besonderes. Das sieht auch das Hessische Landesamt für Denkmalpflege so und hat das 1967 fertiggestellte Gebäude jetzt unter Denkmalschutz gestellt.

Große Bedeutung

„Uns freut diese Entscheidung, denn sie zeigt, dass auch Filialkirchen eine große Bedeutung für die Bevölkerung haben“, sagt Pfarrer Dr. Joachim Rabanus. St. Pius ist der Baunataler Christus-Erlöser-Kirche angeschlossen – und dass das Gotteshaus ausgerechnet in Großenritte erbaut wurde, kommt nicht von Ungefähr: Von den 4000 Baunataler Katholiken leben allein über 1000 in diesem Stadtteil.

Ihren Wert erhalte die St.-Pius-Kirche als sprechendes Zeugnis der jüngeren Siedlungs- und Sozialgeschichte Großenrittes, heißt es in dem Begründungsschreiben des Amts für Denkmalpflege. „Nach dem Krieg siedelten sich viele Heimatvertriebene hier an, darunter zahlreiche Katholiken“, erklärt Rabanus. Und mit deren Zahl wuchs auch der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus.

Nachdem die Gottesdienste zunächst provisorisch in einem Saal oder in der evangelischen Kirche abgehalten worden waren, erhielten die Katholiken 1967 schließlich ihren eigenen Sakralbau an der Niedensteiner Straße: eine schlichte Kirche mit quadratischem Grundriss, entworfen vom damaligen Diözesanbaumeister Rudolf Schick.

Auch die Ausstattung ist zurückhaltend. Die mit Betonputz gestaltete Altarrückwand zeigt den brennenden Dornbusch, darüber hängt das Altarkreuz mit einem stilisierten Christus. Statt großer Fenster gibt es ein schmales Lichtband mit farbigen Scheiben. Er habe einen künstlerisch stimmigen, qualitätvollen Kirchenraum der ausklingenden Nachkriegsmoderne geschaffen, würdigt das Amt für Denkmalpflege die Leistung Schicks.

Eine eindrucksvolle Ergänzung sind übrigens die Keramikbilder, die den Kreuzweg Jesu zeigen. Benediktinerinnen der Abtei Herstelle (Weserbergland) haben sie um die Jahrtausendwende angefertigt. Seitdem sind sie in der St.-Pius-Kirche zu sehen.

HINTERGRUND

Von Pamela De Filippo

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