Parlamentsvorsitzender Gerald Herber (SPD) verpasste Wiedereinzug in Kreistag - Bürgermeister Lengemann machte größten Sprung

Der Präsident ist nicht länger drin

Nicht mehr im Kreistag: Der Sozialdemokrat Gerald Herber (73) aus Vellmar stand zwölf Jahre lang an der Spitze des Parlaments. Archivfotos: nh

KREIS kassel. Er ist ruhig, besonnen, souverän und kennt die Geschäftsordnung des Kreistages wie kaum ein anderer: Gerald Herber aus Vellmar galt fraktionsübergreifend als gute Wahl für das Amt des Parlamentsvorsitzenden. Doch nach zwölf Jahren als oberster Repräsentant des Landkreises Kassel wird der 73-jährige Sozialdemokrat aus Vellmar keine Kreistagssitzung mehr leiten. Der pensionierte Polizist, der vor fünf Jahren einstimmig als Parlamentsvorsitzender bestätigt wurde, verpasste am Sonntag deutlich den Wiedereinzug in den Kreistag.

Wirklich überrascht war Herber allerdings nicht. Denn die Wahrscheinlichkeit, in das Parlament zurückzukehren, war von vornherein nicht besonders hoch.

Der scheidende Parlamentschef kandidierte auf Platz 64 der SPD-Bewerberliste. Am Ende landete er auf dem 60. Rang - weit weg von Listenplatz 39, der ihm die Rückkehr ins Parlament gesichert hätte. „Ich habe von Anfang an gesagt: Setzt mich weiter nach hinten“, sagte der Kommunalpolitiker aus Niedervellmar gestern im Gespräch mit der HNA.

Auch wenn er etwas wehmütig wegen seines Ausscheidens als Kreispolitiker ist: Der Fußballfan, der sich mit Joggen fit hält, bleibt aller Voraussicht nach Vorsitzender der Vellmarer Stadtverordnetenversammlung. Und in dieser Funktion werde er vor und während des Hessentags 2013 in seiner Heimatstadt genug zu tun haben. Wer Herber an der Spitze des Kreistages nachfolgt, steht nach Angaben von SPD-Fraktionschefin Ulrike Gottschalck (Niestetal) nicht fest.

Gottschalck stand, wie die Spitzenkandidaten der sieben anderen Parteien, auch nach der Auswertung der Personenwahl auf dem ersten Rang.

Bei einigen anderen Kandidaten gab es allerdings bemerkenswerte Veränderungen. Den größten Sprung machte der frisch wiedergewählte Fuldabrücker Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD). Die Wähler hievten ihn von Platz 58 auf Platz 23 der Liste und verhalfen ihm erneut zu einem Sitz im Kreistag. Einen großen Sprung machte auch der CDU-Politiker Hans-Hilmar von der Malsburg. Der Landwirt aus Wolfhagen verbesserte sich vom 30. auf den 13. Rang. Außerdem verbesserten sich bei der SPD der Landtagsabgeordnete Timon Gremmels aus Niestetal (vom 37. auf den 18. Platz), der frühere Immenhausener Bürgermeister und heutige Zweckverbandschef Andreas Güttler (vom 13. auf den fünften Platz) und die Verwaltungswirtin Christa Oehler aus Immenhausen (vom 50. auf den 39. Platz) erheblich.

Eine Übersicht über die Mitglieder des neuen Kreistags steht in dem Kasten links.

Von Peter Ketteritzsch

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