Prävention ist wichtig

Landrat Uwe Schmidt (SPD) über Vandalismus an den Kreisschulen

Auf Geheiß des Kreistages muss Landrat Uwe Schmidt (SPD) ein Konzept zur Vermeidung von Vandalismusschäden an Schulen und anderen kreiseigenen Gebäuden erstellen. Über den Auftrag sprach HNA-Redakteur Peter Ketteritzsch mit dem Landrat.

Herr Schmidt, ein Mittel gegen Vandalismus sind Videokameras. An der Gustav-Heinemann-Schule in Hofgeismar wünscht man sich die Kameras, an der Theodor-Heuss-Schule in Baunatal sind sie plötzlich kein Thema mehr.

Uwe Schmidt: Es gibt keine Schule im Landkreis Kassel, die sich Videokameras als Prävention gegen Vandalismusschäden wünscht – alle Schulen und auch wir wünschen uns, dass es keinen Vandalismus gibt. Wir haben bei unseren Überlegungen in Sachen Vandalismusprävention, die bereits seit längerer Zeit laufen, geprüft, an welchen Schulen eine Videoüberwachung realisiert werden kann.

Nimmt man in Baunatal Schäden in Kauf, nur weil aus Sicht von Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) nicht sein kann, was nicht sein darf?

Schmidt: Der Landkreis Kassel ist verpflichtet, sein Eigentum gegen Vandalismus zu schützen. Alles andere wäre Verschwendung von Steuergeld. Unabhängig davon, ob es eine Videoüberwachung gibt oder nicht, werden wir mit allen Beteiligten – Polizei, Kommune und Schule – bei Häufungen von Schäden, die auf Schulgeländen außerhalb der Schulzeit stattfinden, nach Lösungen suchen. Ich bin mir sicher, dass wir da auch in Baunatal zu einem zielführenden Ergebnis kommen. Überprüfungen haben ergeben, dass die Kosten an der Gustav-Heinemann-Schule aufgrund der dortigen baulichen Situation günstiger waren als in Baunatal. Ich musste mich daher nicht gegen Bürgermeister Schaub durchsetzen. Ich weiß allerdings, dass der Einsatz von Videokameras zur Überwachung nicht unumstritten ist – im Kreistag genauso wie bei Ihren Umfragen, bei denen zuletzt rund 30 Prozent der Befragten gegen die Kameras waren.

Das Konzept gegen Vandalismus umfasst sicher nicht nur Videokameras. Welche anderen Mittel schweben Ihnen vor?

Schmidt: Der wichtigste Bestandteil eines Anti-Vandalismus-Konzepts ist Prävention. Wir haben an vielen Schulen bereits Präventionsräte, die sich um eine Aufmerksamkeitskultur rund um die Schule kümmern. Schwierig wird die Thematik immer dann, wenn Schulfremde nachts das Schulgelände für Treffen und partyähnliche Veranstaltungen nutzen, bei denen dann Sachschäden entstehen. Hier müssen wir gemeinsam mit der jeweiligen Kommune auf die Situation am jeweiligen Schulstandort zugeschnittene Konzepte entwickeln. Archivfoto: nh

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