Diamantene und Goldene Konfirmanden in Rengershausen und Guntershausen feierten gemeinsam

Die Predigt mussten sie mitschreiben

Diamantene und Goldene in Rengershausen: vorn von links Sigrid Itter-Boontjes und Rosemarie Baumeister, dahinter: Reinhild Fischer, Renate Mandel, Irmgard Portmann, Heinz Sinning, Heidrun Franz, Marlies Oppel, Reihe dahinter: Adi Freudenstein, Herta Lenz, Wilhelm Lenz, Regina Heinzen, Anneliese Dippel, Lutz Lettner, Heinz Koch, Marianne Leister, Christel Schliebs und Klaus Penshorn.

Baunatal. Zehn Jahre liegen zwischen der Konfirmation von Gisela Puffer und Marianne Leister. Trotzdem haben sie eine gemeinsame Erinnerung daran. Denn beide wurden vom – inzwischen verstorbenen - Pfarrer Wilhelm Sinning, der später Karriere als Propst machte, konfirmiert, Gisela Puffer 1952, Marianne Leister 1962.

Die Frauen feierten mit weiteren früheren Mitkonfirmanden am Wochenende im Gemeindesaal von Rengershausen beim Kaffeetrinken ein Wiedersehen. Zuvor hatte Pfarrerin Kerstin Reinold nacheinander in Guntershausen und Rengershausen den Festgottesdienst für die Goldenen und Diamantenen Konfirmanden aus beiden Dörfern gehalten.

Puffer (75) und Leister (65) haben ihren damaligen Pfarrer ganz ähnlich in Erinnerung. Der sei streng und autoritär gewesen, sagen beide. „Wir mussten die Predigt mitschreiben und viel auswendig lernen“, erzählt Puffer. Nach dem Unterricht hätten sich die Jugendlichen beim Prellball- und Fußballspielen auf dem früheren Hof Berninger unterhalb der Kirche in Guntershausen entspannt.

Für Marianne Leister war der Pfarrer ein außergewöhnlicher Mensch. Sinning habe fesselnd erzählen können und mit seiner lauten Stimme während der Predigt Gottesdienstsbesucher aufgeweckt, die zwischenzeitlich eingenickt seien, erzählt sie. Das habe zu großem Gelächter unter den Konfirmanden geführt und zugleich den Pfarrer wütend gemacht. Alles in allem sei die Konfirmandenzeit sehr schön gewesen, denn in der Freizeit habe sich ein Diakon um die Jugendlichen gekümmert und viel mit ihnen in der Umgebung unternommen.

Die Konfirmationsfeier selbst sei für die meisten ein großes Familienfest mit Verwandten gewesen, wobei die Geschenke recht bescheiden ausgefallen seien. So haben es beide Frauen in Erinnerung.

Was die Zeit nach der Konfirmation betrifft, hatte Leisters Jahrgang das bessere Los gezogen. Eine Lehrstelle habe man sich 1962, im beginnenden Wirtschaftswunder, aussuchen können, erzählt die Industriekauffrau. 1952 hätten die Jugendlichen dagegen einen langen Atem gebraucht, sagt Puffer. Sie musste zwei Jahre auf eine Lehrstelle als Verkäuferin warten. (pdi)

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