Neues Angebot: Das Aktionsbüro im Vellmarer Rathaus veranstaltet monatliche Mundarttreffen

Prima auf Platt schnuddeln

Schwätzchen im Grünen: Die Mundarttreffen des Aktionsbüros finden einmal im Monat im Rathaus in Vellmar statt. Die letzte Veranstaltung wurde jedoch in den Garten von Jutta Zehentmaier verlegt. Ruth Winzenborn (von links), Waltraud Eisner, Jutta Zehentmaier, Karl-Heinz Gauler, Anni Schelzky und Gudrun Röser studierten dort Mundartlektüre und plauderten auf Platt. Fotos:  Wienecke

Vellmar. „Ich finde es wichtig, dass die Mundart erhalten bleibt“, sagt Evi Guder vom Aktionsbüro. Deshalb freute sie sich sehr, als Jutta Zehentmaier sich bei ihr meldete und vorschlug, Veranstaltungen in Mundart anzubieten. Schnell war klar: Es soll nun regelmäßige Treffen geben.

Das Aktionsbüro Vellmar ist ein Zusammenschluss von Ehrenamtlichen, die Ehrenamtliche für Projekte vermitteln, es ist kein Verein. „Sinn unserer Arbeit ist es, bestimmte Dinge anzuschieben und soziale Kontakte zu schaffen“, sagt Evi Guder. Sie ist seit der Gründung im Jahr 2004 dabei.

Seit Februar finden die Mundarttreffen jeden letzten Mittwoch im Monat im Rathaus statt. „Die Stadt Vellmar unterstützt uns und stellt uns ausgestattete Räume im vierten Stock zur Verfügung“, berichtet die Obervellmarerin, die mit Ingrid Franke, Brigitte Diegmüller und Peter Rode als Team zusammenarbeitet.

Beim letzten Treffen, das ausnahmsweise im Garten von Jutta Zehentmaier stattfand, schauten Ruth Winzenborn, Waltraud Eisner und Anni Schelzky erstmals vorbei. Gudrun Röser war bei den Treffen, für die sich inzwischen 17 Teilnehmer interessieren, von Anfang an dabei.

Jutta Zehentmaier (64) hat eigens für das Treffen wieder eine herrliche Kurzgeschichte geschrieben, die von ihrer Goddel (Godel), ihrer Patentante, handelt. „Wir haben damals ein Gedicht auf Kasseler Platt in der Schule gelernt“, erinnert sich Ruth Winzenborn und zitiert daraus. „Ich lebe jetzt seit 56 Jahren in Vellmar“, sagt die 77-Jährige. Waltraud Eisner aus Frommershausen erzählt die lustige Geschichte von ihrer Mudder (Mutter), vom Stobbenschrank (Schrank in der guten Stube) und der Husdeere (Haustür).

„Wir haben uns vorgenommen, während der Zusammenkünfte nur Mundart zu sprechen“, erläutert Karl-Heinz Gauler und verrät, dass das Schnuppetuch ein Taschentuch ist.

Der Obervellmarer kennt sich mit Redewendungen, Spitz- und Beinamen sowie Mundartausdrücken aus. „Für dinne Inladung sodde välemoh bedanket sinn“, dankt er der Gastgeberin. „Ich würde mich freuen, wenn die zusammengetragenen Beiträge auch veröffentlicht werden könnten“, meint er.

Evi Guder geht es da genauso: „Ich habe von den Treffen immer alles aufgehoben“, bestätigt sie auf Nachfrage.*

Von Bettina Wienecke

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