Geschäfte als Anziehungspunkt

Vellmarer Masterplan: Fragen und Antworten zu zentralen Themen

Die Realität: Moderne Geschäfte brauchen oft wesentlich größere Flächen, als es in den 70er-Jahren üblich war, um funktionieren zu können. Das gilt - wie auf unserem Foto - auch für Lebensmittelmärkte. Und das gilt auch für Vellmar. Archivfoto: dpa

Vellmar. Vellmar steht vor einem Umbruch. Das, was städtebaulich Ende der 70er-Jahre vollendet wurde, ist in die Jahre gekommen und muss modernen Erfordernissen angepasst werden. In die Jahre gekommen - dieser Befund gilt aber nicht nur für die Infrastruktur.

Er gilt auch für die Bevölkerungsstruktur. Denn dort steht ein Generationswechsel an und ist zum Teil schon im Gange. Menschen, die mit dem „neuen“ Vellmar groß geworden sind, steuern auf das Rentenalter zu.

Das bedeutet: In manchen Wohnquartieren - Beispiel Musikerviertel - steht ein Generationswechsel an. Das gilt genauso für die Arztpraxen und die Geschäftsleute. Und da kommt der Masterplan ins Spiel, den Bürgermeister Dirk Stochla jetzt zur Runderneuerung des Stadtzentrums vorgelegt hat. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

? Was ist eigentlich ein Masterplan?

!Der Masterplan soll für Vellmar eine Zukunftsperspektive aufzeigen und einen Leitfaden dafür bilden, was zum Positiven verändert werden könnte. Er soll darüber hinaus die verschiedenen Projekte - städtische und private - koordinieren und in ein umsetzbares Gesamtkonzept einbetten. Entstanden ist die Idee aus Überlegungen, wie die zu erwartenden hohen Fördermittel im Zuge des Hessentags 2013 sinnvoll eingesetzt werden können.

? Wie ist das Verhältnis von privaten und städtischen Projekten?

!Orientiert man sich an der Dimension der im Masterplan empfohlenen Maßnahmen, überwiegen die Privatinvestitionen. Dickster Brocken dürfte dort ohne Zweifel der Abriss der Einkaufspassage und der Neubau eines Einkaufszentrums sein, das genauso privat finanziert werden müsste wie die Modernisierung der Ärztehäuser und der Neubau eines weiteren. Auf die Stadt Vellmar kämen die Sanierung des Rathauses, der Neubau des Parkdecks und die Integrierung der Musikschule in die Stadtbücherei zu.

? Wie sieht es mit Finanzierungskonzepten aus?

! Konkrete Erhebungen gibt es im Masterplan bislang nur für Rathaus (10,3 Millionen) und Parkdeck (2,5 Millionen Euro).

Das liegt daran, dass die Stadt diese Objekte sowieso hätte sanieren müssen und deswegen schon in die konkrete Planung eingestiegen war, bevor der Masterplan als Grundlage für die zu erwartenden Fördermittel im Zuge des Hessentages 2013 konzipiert wurde.

Die privaten Investoren dürften erst einmal abwarten, bis der Masterplan von den Stadtverordneten diskutiert und verabschiedet worden ist, bevor sie in die intensive Planung einsteigen.

? Warum müssen auch die privaten Investoren mit ins Boot?

!Weil zum Beispiel viele Geschäfte in der Einkaufspassage vom Zuschnitt her den modernen Anforderungen nicht mehr entsprechen. Noch funktioniert das Vellmarer Zentrum, aber Probleme werden spätestens dann auftreten, wenn Läden frei und neue Pächter gesucht werden müssen. Denn viele Geschäfte sind angesichts der heutigen Erfordernisse zu klein und für potenzielle Pächter wenig attraktiv.

Ähnliches gilt auch für die Arztpraxen in den Ärztehäusern. Für Gemeinschaftspraxen mit modernen Geräten ist auch dort der Raum oft zu klein bemessen. Aber gerade die Praxen am Rathauplatz mit ihrer Vielfalt sind für Vellmar ein Anziehungspunkt.

Von Stefan Wewetzer

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