Privater Spielplatz am Baunsberg birgt Gefahren für tobende Kinder

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Trauriger Zustand: Das Spielgerät auf dem Spielplatz an der Lindenallee weist deutliche Mängel auf. Unter anderem stehen an einigen Stellen Schrauben hervor.

Baunatal. Die Schaukeln sind teilweise ausgehängt. Die Holzkonstruktion wirkt instabil. An manchen Stellen ragen scharfkantige Köpfe und Spitzen von Schrauben aus dem Holz heraus. Der Spielplatz zwischen den Häusern Lindenallee und Akazienallee bietet ein trauriges Bild.

Anwohner sprechen gar davon, dass die Nutzung der Geräte für spielende Kinder lebensgefährlich sei. Die Schaukel wackele heftig. Der Sand sehe aus, als gebe es darin jede Menge Keime.

Öffentlich äußern will sich aus dem Wohngebiet am Baunsberg aber niemand. Unübersichtlich ist die Situation. Zunächst scheint sich niemand für den Spielplatz, der zwischen mehreren Mehrfamilienhäusern auf einer Wiese angelegt wurde, so richtig verantwortlich zu fühlen. Auch Anwohner rätseln über die Zuständigkeit.

Aktualisiert um 13.52 Uhr.

Nach Recherchen unserer Zeitung meldet sich Wilfried Albrecht, Miteigentümer in einem Wohnkomplex, zu Wort. „Wir sind nicht untätig“, sagt Albrecht. „Ich habe vor acht Wochen einen Auftrag zur Umgestaltung des Spielplatzes unterschrieben.“ Ob es letztendlich zu dem Umbau der Anlage am Baunsberg kommt, konnte der Miteigentümer am Freitagnachmittag noch nicht sagen. Er wisse nämlich nicht, wie die anderen Wohnungseigentümer entschieden hätten, sagt Albrecht.

Es gebe zahlreiche Eigentümer von Wohnungen in diesem Gebiet, berichtet ebenso Monika Steinkemper, im Baunataler Rathaus für die städtischen Spielplätze zuständig. Die Stadt selbst, so sagt Steinkemper, betreue solche privaten Anlagen nicht. „Dafür sind die Eigentümer verantwortlich.“ Spielplätze auf privatem Gelände, die öffentlich zugänglich sind, unterliegen ebenfalls der so genannten Verkehrssicherungsplicht. Das erläuterte Thomas Gallo, Experte für Spielplätze beim TÜV Hessen. Genauso wie die Kommunen hätten die Eigentümer der Wohnkomplexe – etwa Wohnungsgesellschaften und Eigentümergemeinschaften – also für die Sicherheit auf den Spielplätzen zu sorgen.

Von Sven Kühling

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