Baustelle in Söhrewald: Halbseitige Sperrung zu gefährlich für Arbeiter und Verkehr

Probleme auch bei Alternativroute

Horst

Söhrewald. Einen Umweg von 31 Kilometern sollen Verkehrsteilnehmer ab heute fahren, die während der Sommerferien von Wellerode nach Wattenbach oder umgekehrt unterwegs sind. Grund dafür ist die Sanierung der Fahrbahn des etwa vier Kilometer langen Straßenstücks, das die beiden Söhrewalder Ortsteile miteinander verbindet. Eine alternative Streckenführung über Guxhagen-Wollrode, Fuldabrück-Dörnhagen, Bergshausen und Kassel-Waldau wäre nur rund 23 Kilometer lang.

„Diese Streckenführung wäre zwar kürzer, aber die Straße zwischen Wattenbach und Wollrode ist zu schmal, um den gesamten Durchgangsverkehr aufzunehmen“, erklärt Horst Sinemus von der Verkehrsbehörde Hessen Mobil, die für die Straßensanierung zuständig ist.

Ein weiterer Grund gegen diese kürzere Variante sei, dass die Strecke für Ortsfremde zu kompliziert sei. „Der Weg über die B 7 ist für Menschen, die sich in der Gegend nicht auskennen, viel einfacher zu finden“, fügt er an. Aus diesen Gründen hätten sich Polizei, Gemeinde und Verkehrsbehörde auf die Umleitung über Vollmarshausen, Kaufungen und Helsa geeinigt.

Eine halbseitige Sperrung der Straße mit einer Ampelregelung sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich, erläutert Sinemus weiter. „Es geht hier um die Arbeits- und die Verkehrssicherheit. Die Straße ist sehr schmal, Autos und Arbeiter würden sich in die Quere kommen.“ Auch nach Feierabend auf der Baustelle sei die Gefahr zu groß, dass abgestellte Baumaschinen oder durch Arbeiten verursachte Fahrbahnschäden zu einem Unfall führen könnten.

Auch Bürgermeister betroffen

Unterdessen betont der Söhrewalder Bürgermeister Michael Steisel (SPD), dass es sich um eine Baumaßnahme des Landes Hessen handelt. „Die Umleitungsstrecke betrifft mich genauso wie alle anderen auch“, sagt der Bürgermeister, „auch ich muss ganz außen herum fahren.“ Den kurzen Behelfsweg durch den Wald dürften lediglich Polizei, Rettungsdienste, der Bus der Linie 37 und der Dorfservice, also das Transportangebot der Gemeinde für immobile Menschen, befahren.

Auch die Bewohner der Häuser in der Siedlung Steinbruch müssen die Behelfsstrecke nutzen, sie hätten gar keine andere Möglichkeit. Hessen Mobil habe diese Menschen bei der Planung vergessen. „Wir haben Hessen Mobil noch darauf hingewiesen, dass keine andere Straße zu der Siedlung führt“, ergänzt Steisel.

Von Patrick Kessler

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