Biotope werden angelegt

Projekt in Ahnatal: Lebensräume für Tiere schaffen und die Arten schützen

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Insel aus Büschen: Wo jetzt (von links) Anja Käkel und Volker Olbrich (Grüne) sowie Thomas Dittrich-Mohrmann und Robert Schnegelsberg (SPD) stehen, sollen auf einer Länge von 200 Metern Feldholzgewäche gepflanzt werden. Zudem prüft die Kommune, ob sie die zurzeit als Grünland genutzte landwirtschaftliche Fläche rechts im Bild erwerben kann, um dort eine Streuobstwiese und weitere Büsche anzupflanzen. 

Ahnatal. Für den Artenschutz sollen in Ahnatal neue Lebensräume für Tiere in entstehen. 

Hartriegel, Weißdorn, Felsenbirnen und andere Feldholzgewächse könnten schon bald den Feldweg säumen, der am Ortsrand von Heckershausen vom Lieseprinzweg bis zur Vellmarer Gemarkungsgrenze führt. Die neuen Büsche sollen auf einer Länge von etwa 200 Metern vom Beginn des Weges bis hin zu einem bereits bestehenden Gebüsch gepflanzt werden. Das haben die Ahnataler Gemeindevertreter bei ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen. Grundlage war ein gemeinsamer Antrag von SPD und Grünen.

Als sogenanntes Trittsteinbiotop sollen die Feldholzgewächse Tieren einen kleinen Lebensraum zwischen den Ackerflächen bieten und ihnen beim Überqueren der Felder als Zwischenstation dienen. „Vom Waldrand bis zur Ahna ist hier alles Kulturland. Schmetterlinge zum Beispiel finden da den Weg nicht“, erklärte Thomas Dittrich-Mohrmann, Fraktionsvorsitzender der Ahnataler SPD.

Laut dem „Konzept für ein buntes Ahnatal“ strebt die Kommune an, auf gemeindlichen Flächen solche Trittsteinbiotope zum Schutz von Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren anzulegen beziehungsweise zu erhalten. „Dem Konzept haben damals alle zugestimmt. Nun gilt es, das mit Leben zu füllen“, betonten Dittrich-Mohrmann und Dr. Volker Olbrich, Fraktionsvorsitzender der Ahnataler Grünen.

Ursprünglich war angedacht, Bäume zu pflanzen. „Doch da haben die Landwirte zu Recht gesagt, dass die Kronen zu groß werden“, sagte Dittrich-Mohrmann. Die Büsche seien nun ein Kompromissvorschlag.

Laut Bürgermeister Michael Aufenanger ist die beschlossene Anpflanzung „von der Idee eine gute Sache“. Er gab allerdings zu bedenken, dass der Feldweg landwirtschaftlich genutzt wird. Für die Traktoren könne es eng werden, wenn die Hecke steht. „Wir sind noch in der Detailprüfung wie wir das umsetzen, damit die Hecke nicht im Weg ist“, sagte der Rathauschef. Diese Bedenken teilen Grüne und SPD nicht. „Da kommt man mit dem Traktor trotz der Büsche durch“, ist sich Robert Schnegelsberg (SPD) sicher.

Während die Feldholzgewächse auf der linken Seite des Weges (in Richtung Vellmar) gepflanzt werden sollen, könnte auf der rechten Seite in einem Teilbereich eine Streuobstwiese entstehen. Auf Antrag von SPD und Grünen beschlossen die Gemeindevertreter mehrheitlich, den Erwerb der dafür benötigten landwirtschaftlichen Flächen zu prüfen. Anja Käkel von den Grünen appellierte an Besitzer landwirtschaftlicher Flächen, diese der Gemeinde anzubieten, wenn sie verkauft werden sollen. „Wir suchen immer Grundstücke für Blühflächen, Streuobstwiesen und Heckenlandschaften“, sagte sie.

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