Projekt mit der Uni Kassel: Einwohnerzahl ist Richtschnur

Erläuterten das Projekt: Isabel Stimming (von links), Niklas Wever, Paul Loida und Evi Mohr stellten im Rathaus der Stadt Baunatal ihr studentisches Monitoring-Projekt vor. Mit auf dem Bild ist der Demografie-Beauftragte der Stadtverwaltung, Heinz Kaiser. Foto: Wohlgehagen

Baunatal. Welcher Kindergarten braucht mehr Platz? Muss das Schienen- oder Busnetz erweitert werden? Wo fehlen Einrichtungen für junge Menschen oder Senioren? Um auf diesen und anderen kommunalen Handlungsfeldern die richtigen Zukunftsentscheidungen treffen zu können, sind Daten und Erkenntnisse über die Bevölkerungsentwicklung unerlässlich.

Eine Arbeitsgruppe der Universität Kassel hat jetzt ein „Kleinräumiges Demografie-Monitoring“ - eine wichtige Erhebung über die aktuelle Einwohnerstruktur der Stadt - vorgelegt. Mit den Registerdaten, die auf der Verknüpfung der statistischen Daten aus dem Einwohnermelderegister mit einem Geoinformationssystem basieren, werden die Grundsatzermittlungen des vom Zweckverband Raum Kassel (ZRK) vor zwei Jahren für sieben Landkreisgemeinden auf den Weg gebrachten Zukunftskatasters in Baunatal fortgeschrieben.

„Wir wollen dazu beitragen, den demografischen Wandel in der Region im Hinblick auf die politisch-planerischen Prozesse noch besser zu verstehen, und zeigen, was das Monitoring leisten kann“, sagte Diplom-Ingenieur Niklas Wever vom Fachgebiet Stadtentwicklung und Stadtmanagement der Uni Kassel während der Präsentation des Monitorings. Es sei möglich, die Registerdaten jährlich auszuwerten und in eine regelmäßige Beobachtung zu überführen, sagte Wever. Die Studenten um Niklas Wever haben während des Sommersemesters 49 Detailräume aller Baunataler Stadtteile in die systematische Erfassung der Einwohnerstrukturdaten einbezogen. Ermittelt und in Übersichtskarten dargestellt wurden das Durchschnittsalter, der Anteil der unter 20- und über 70-jährigen Einwohner sowie die Zahl der potenziellen Kindergartenkinder in 700 Metern Entfernung zur nächsten Tageseinrichtung.

Bürgermeister Manfred Schaub begrüßte das Ergebnis des Monitorings, das Handlungsfelder beispielsweise für die Weiterentwicklung des Stadtbusverkehrs oder den Bedarf an Energieberatung in Teilgebieten aufzeige. Und weiter: Die Stadt befinde sich aktuell in einer „Boom-Phase“, man denke bei den Planungen und Entscheidungen grundsätzlich immer nach vorn. „Dennoch darf uns die Demografie nicht einholen“, sagte Schaub.

Kosten: 20 000 Euro

Die Gesamtkosten für das mehrjährige Projekt Zukunftskataster belaufen sich laut ZRK-Geschäftsführer Andreas Güttler auf insgesamt 20 000 Euro. Güttler zeigte sich überzeugt davon, dass die wissenschaftliche Arbeit der Universität Kassel in den beteiligten Gemeinden Früchte tragen werde. Von Hans-Peter Wohlgehagen

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