Für das Projekt Leihomas und Leihopas werden Senioren gesucht

Gute Freunde geworden: Milan (8) und Cara-Milena Schmerer (12) sind glücklich, durch ihren Leihopa Josef Kopfmüller (71 eine verlässliche Bezugsperson gefunden zu haben. Foto: Oschmann

FULDATAL. Milan Schmerer (8) und seine Schwester Cara-Milena (12) finden, dass sie das große Los gezogen haben: Die Geschwister haben Großeltern bekommen, obwohl, und das ist das Besondere, die gar nicht aus der Familie stammen. Bei uns standen keine Großeltern zur Verfügung, erklärt die Mutter, Melanie Schmerer.

Josef Kopfmüller (71) und seine Frau Barbara (63) lernten 2011 ihre künftigen „Enkel“ über das Projekt „Leihoma und Leihopa“ kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick, sagen alle. „Der Funke sprang gleich über“, erzählt Josef Kopfmüller, „da ist Leben drin in diesen Kindern“. Seitdem sind Josef und Barbara, wie sie genannt werden, nicht nur die Großeltern der Kinder geworden, sondern auch Freunde und Vertraute der Eltern. „Es ist eine richtige Familie entstanden“, erzählt Melanie Schmerer sichtlich bewegt.

Unersetzlich und verlässlich

Weihnachten, Geburtstage, alles feiern sie zusammen, vieles unternehmen sie gemeinsam. Die Familien wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft. Ausflüge, Basteln, die Kinder zum Sport fahren, sie von der Schule abholen, mit ihnen spielen, ins Schwimmbad gehen - die Leihgroßeltern sind längst unersetzlich und fester, verlässlicher Bestandteil des Lebens der Kinder und ihrer Eltern. Besonders Milan hängt an seinem Opa, was ihn nicht hindert, ihn beim Mensch-Ärger-Dich nicht regelmäßig zu schlagen, wie er stolz erzählt. Stolz ist er auch auf das Haus auf Stelzen, dass sie gemeinsam gebaut haben.

Kopfmüllers, die selbst keine Kinder haben, engagieren sich seit zehn Jahren als Leihgroßeltern. „Man kann etwas weitergeben, sich für andere engagieren, und man bleibt auch fit und jünger“, fasst der ehemalige Berufsschullehrer zusammen. „Es macht große Freude, sich um Kinder zu kümmern, und man bekommt so viel zurück“, sagt er. Kein Wunder, erzählt doch Melanie Schmerer, wie sehr ihre Kinder Großeltern als Bezugspersonen der besonderen Art vermisst haben.

Es werden Senioren gesucht, die bereit sind, sich als Leihomas und Leihopas zu engagieren. Der nächste Informationsabend findet statt am kommenden Montag, 28. September, ab 19.30 Uhr beim Nachbarschaftsverein Fuldatal-Simmershausen, Raiffeisenstr. 6. Infos: Tel. 98 18 124 und 81 81 23.

Von Sabine Oschmann

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