Himmel im Garten

Projekt „72 Stunden“: Junge Leute bauten Sinnesgarten für Senioren

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Ausgerüstet mit Spitzhacken und Schaufeln: Studenten der Universität Kassel arbeiteten Hand in Hand mit Schülern der Freiherr-vom-Stein-Schule aus Hessisch Lichtenau, freiwilligen Helfern aus Helsa und den Waldhof-Mitarbeitern.

Helsa. Sie graben, hacken, sägen und basteln drei Tage lang an einen wunderschönen Sinnesgarten. Schon nach wenigen Stunden sind die ersten Ergebnisse im Garten des Seniorenheims Waldhof in Helsa sichtbar.

„72 Stunden - uns schickt der Himmel“ heißt die kirchliche Benefizaktion, bei der deutschlandweit junge Menschen innerhalb von drei Tagen ein gemeinnütziges, soziales, ökoligisches, interkulturelles oder politisches Projekt umsetzten.

Studenten der Kasseler Universität und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau arbeiteten Hand in Hand, um in kürzester Zeit den großen Garten in einen Ort voller Wohltaten für alle Sinne zu verwandeln.

Bente Siebert ist Mitarbeiterin im Seniorenzentrum und packt bei der Umsetzung des Projektes mit an. „Wir betreuen überwiegend demente Personen“, erklärt sie. „Sie leben in der Vergangenheit und können zum größten Teil nur über ihre Sinne angesprochen werden.“ Wichtig sei es daher, diese frisch und wach zu halten. „Der Sinnesgarten ist eine Ergänzung zu unserer Arbeit.“

Erinnerungen wecken

Ein großer Holzwagen, bestückt mit Gegenständen aus der Landwirtschaft, soll die Erinnerungen der älteren Menschen wecken. An einem Hochbeet können auch die Senioren Pflanzen, Kräuter und Gemüse anbauen und in einer ruhigen Ecke wird ein Ort zum „stillen Gedenken und in sich gehen entstehen“, sagt Doris König, Leiterin der sozialen Betreuung.

Es gibt Klanghölzer, Kräuterschnecken (wo verschiedene duftende Kräuter angebaut werden) und viele Beerensträucher am Teich. Während der Bauarbeiten und Pflanzaktionen steigert sich die gute Laune der Helfer immer mehr.

Lehrer Jesus Nicolas Sola Requena hat nicht viel Überredungskunst gebraucht, um seine Schüler für dieses Projekt zu begeistern: „Es sind sogar ehemalige Schüler dabei, die bei vergangenen Aktion mitgemacht haben. Die Schüler geben uns nur positive Rückmeldungen. Wir haben insgesamt mindestens 60 Helfer.“ Auch aus dem Ort kommen Menschen und packen mit an.

Wie zum Beispiel Reinhard Momberg, der für das Hochbeet im Vorfeld Materialien besorgt hat. Studentin Denise Geburzky kann endlich ihr handwerkliches Geschick nutzen. „Wir arbeiten in unterschiedlichen Arbeitsgruppen“, erklärt sie. „Die einen bauen und basteln, andere pflanzen.“ Der Siebtklässler Tim Umbach fühlt sich zwischen den Studenten und seinen Mitschülern sehr wohl. „Es macht Spaß zu helfen und etwas zu bauen“, sagt er.

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