Protest in Dörnhagen gegen neue Buslinie nach Guxhagen

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Zurück zum alten Fahrplan: ÖPNV-Fan Dieter Kleinschmidt fordert die Wiedereinführung der Buslinie 38 zwischen Kassel und Guxhagen. Unser Bild entstand an der Haltestelle am „Frauenlehnsweg“ in Dörnhagen. Foto: Wohlgehagen

In Dörnhagen brodelt es. Die Bewohner sind unzufrieden mit dem NVV. Mit dem Fahrplanwechsel wurde die alte Buslinie 38 eingestellt, die im Stundentakt nach Guxhagen fuhr.

Fuldabrück. „Seit dem Fahrplanwechsel haben wir unsere gute Verbindung nach Süden verloren“, sagt der 78-jährige Rentner Dieter Kleinschmidt. Der Vielfahrer und ÖPNV-Fan bedauert die Einstellung der Buslinie 38, mit der er und viele weitere Bürger aus dem südlichen Wohngebiet des Ortsteils Dörnhagen bis Mitte Dezember noch im Stundentakt nach Guxhagen fahren konnten.

Die Kritik des Fahrplankenners Kleinschmidt, der auch Mitglied des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ ist, mündet in dem Vorwurf, dass die neue Linienführung (Verknüpfung der Buslinien 17/17 E und 50) durch längere Fahrzeiten und schlechte Übergänge eine Erreichbarkeit der Einkaufsmärkte, Ärzte und Fachärzte in Guxhagen oder Melsungen für die betroffenen Bewohner praktisch unmöglich mache.

„Für uns in der Friedensstraße und Umgebung war die behindertengerechte Haltestelle am Frauenlehnsweg optimal“, sagt Kleinschmidt weiter. Man sei in vier Minuten in Guxhagen angekommen. Jetzt müsse man zunächst mit der Linie 17 in die Ortsmitte Dörnhagens fahren mit 28 Minuten Übergang zur Linie 50, um anschließend über die Dörfer Albshausen und Wollrode nach Guxhagen zu fahren. Das sei unzumutbar, sagt der Beschwerdeführer, der den Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) mehrfach aufgefordert hat, die alte Linienführung und die bisherigen Fahrzeiten wieder einzuführen.

„Wir wollen die Linie 38 mit dem Halt am Frauenlehnsweg zurückhaben, auch wenn es nur ein Zweistundentakt ist“, sagt Kleinschmidt der HNA. Seine Forderung, die er für viele Mitbürger erhebt, sei durch steigende Fahrgastzahlen begründet. Der NVV wollte die beschriebene Nachfrage nicht bestätigen. Nur in 20 Prozent der Fahrten seien Fahrgäste an dieser Haltestelle ausgestiegen und dann maximal einer, hieß es.

Laut Pressesprecherin Sabine Herms bestehe keine Möglichkeit, zu den alten Verbindungen zurückzukehren. Die neue Linienführung gehe auf verschiedene Ansprüche zwischen Kassel und Guxhagen zurück, so auch auf die Anbindung des Einkaufszentrums Ratio und des Gewerbegebiets in Hertingshausen.

Auf Vorschlag der Gemeinde Fuldabrück wolle man jetzt jedoch prüfen, ob auf der anderen Seite des Frauenlehnwegs an der B 83 eine neue Haltestelle eingerichtet werden kann, um die Bedienung des südlichen Wohnbereichs in Dörnhagen abzudecken. Für weitere Haltestellen in Dörnhagen und damit noch längere Fahrzeiten auf der Linie 50 bestehe wegen der Anschlüsse an die Regio-Tram und die Straßenbahn kein Spielraum, sagt Herms.

Dieter Kleinschmidt ist mit diesem Kompromiss nicht einverstanden: Die Linie 50 sei kein geeigneter Ersatz für die Buslinie 38, sagt er. Bürgermeister Dieter Lengemann steht hinter dieser Lösung, „wenn sie ohne Mehrkosten für uns machbar ist“. Der Rathauschef weist außerdem darauf hin, dass die Gemeindevertretung 2013 angesichts der wirtschaftlichen Zwänge entschieden habe, sich als Partner der KVG auf die anteilige Finanzierung der sogenannten Grundleistungen zu beschränken.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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