Ehemalige Ihr-Platz-Filiale am Marktplatz: Politik und Wirtschaft lehnen Mäc-Geiz ab

Protest von Politik und Wirtschaft gegen Billigladen in Baunatal

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Leerer Laden: Die Ihr-Platz-Filiale am Baunataler Marktplatz ist endgültig dicht. Über den künftigen Mieter entscheidet die Kasseler Sparkasse, deren Gebäude hinten rechts zu sehen ist.

Baunatal. Die frühere Ihr-Platz-Filiale am Baunataler Marktplatz steht nun leer. Der Ausverkauf nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Schlecker ist beendet. Nun soll ein Mäc-Geiz-Laden in bester Lage dort einziehen.

Dagegen wird in der Baunataler Politik und Wirtschaft immer mehr Protest laut. Von der Kasseler Sparkasse, der das Haus gehört, kommt wie schon Mitte August lediglich diese Auskunft: „Wir stehen weiterhin in Verhandlungen mit mehreren Interessenten“, sagt Sprecherin Nicola Mütterthies. Und: „Es gibt noch kein neues Ergebnis.“

Abwertung der Innenstadt

„Das ist keine Aufwertung der Innenstadt, sondern eine deutliche Abwertung“, mit diesen Worten ging die SPD Altenritte in die Offensive. Weiter heißt es zu Mäc-Geiz: Im Blick auf die Bemühungen, die Innenstadt attraktiver zu gestalten, „wäre eine solche Ansiedlung kontraproduktiv“.

Reiner Heine, Vize-Vorsitzender der SPD-Mehrheit im Stadtparlament, erinnert daran, dass man für zwei immer noch erhoffte Ladengalerien Billiganbieter ausgeschlossen habe. Die wolle man aber auch nicht an anderen Stellen.

Billiges auf Wühltischen: Das Bild entstand in einer Mäc-Geiz-Filiale in Berlin. Foto: dpa

Grünen-Fraktionschef Edmund Borschel lehnt Billiganbieter ebenfalls ab. Allerdings schließt er Kritik an der SPD-Mehrheit und den Kaufleuten an: Jetzt räche sich, dass eine Strukturplanung fehle, man nicht öffentlich diskutiere und sich die Kaufleute der City nicht eindeutig positionierten. CDU-Fraktionschef Sebastian Stüssel indes schert aus der Reihe der Gegner aus: „Für uns ist Mäc-Geiz in Ordnung“, sagt er. Nachfrage nach dem Billiganbieter sei da und ein solcher besser als Leerstand.

Vorsichtig, aber mit klarer Botschaft äußert sich Peter Hammerschmidt, Präsident der Wirtschaftsgemeinschaft. Er appelliert, ohne die Sparkasse beim Namen zu nennen, an den Eigentümer der Immobilie, Verantwortung zum Wohle der Stadt zu übernehmen, indem man mit dem leeren Laden bedacht umgehe.

Alle – darunter auch Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler (SPD) – bedauern, dass man keine Handhabe besitze, weil die Wahl eines Mieters Sache des Eigentümers sei. Aber alle hoffen zugleich, dass die Kasseler Sparkasse den Protest beherzigt, zugleich aber kein längerer Leerstand kommt. Auch die Stadt hatte ihre Position gegenüber dem Kreditinstitut verdeutlicht. Immer wieder wird der Wunsch laut, es möge in den Laden erneut ein Drogeriemarkt einziehen. Denn es gibt nur noch einen einzigen in ganz Baunatal – eine dm-Filiale im Ratio-Land.

Von Ingrid Jünemann

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