Volkswagen-Praktikantin Steffi Flohr berichtet von ihren Erlebnissen in Peking

Volkswagen-Praktikantin Steffi Flohr berichtet aus Peking

Drängeln und schieben: Die Pekinger Metro ist morgens völlig überfüllt. Ins Freie gelangt man nur durch einen langen Tunnel. Fotos: Flohr

Peking. Ni hao ma? – Ein „Hallo, wie geht’s?“ aus Peking! Die Chinesen sind grundsätzlich sehr nationalbewusst und -stolz. Das durfte ich letzte Woche selbst erleben. Denn der Konflikt mit Japan um die Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer hat sich quasi vor meiner Haustür abgespielt.

Bevor ich von Hubschraubern und lauten Rufen geweckt wurde, wusste ich auch nicht, dass ich direkt gegenüber der japanischen Botschaft wohne. Dort versammelten sich am Samstag mehrere tausend Demonstranten, um lautstark ihre Meinung über den Inselstreit kundzutun.

Bewacht von Soldaten und Polizisten wurden die umliegenden Straßen vor der japanischen Botschaft abgesperrt. Jeweils 20 bis 30 Leute wurden dann separat in die Absperrung gelassen, um einmal die Straße vor der Botschaft mit Plakaten entlangzulaufen und zu demonstrieren. Für alle Umstehenden sah es sehr nach einer Inszenierung aus.

Dennoch wurden wir von der Hausverwaltung davor gewarnt, das Haus zu verlassen, um nicht in die Demonstration zu geraten. Trotz der Massen an Sicherheitskräften haben wir nicht den Eindruck gehabt, dass diese für Ordnung unter den Demonstranten sorgen oder die japanische Botschaft beschützen. Vielmehr haben sie die Passanten eingeschüchtert und die Demonstranten in aller Ruhe walten lassen.

Auf meinem Weg zur Arbeit begegne ich größeren Menschansammlungen als bei dieser Demonstration. Da weiss ich nie, welcher Weg nun der schnellere ist. Je nach Wetterlage, also je nach Luftverschmutzung, fahre ich Fahrrad oder Metro. Hier gibt es ein gut ausgebautes Fahrradnetz, jedoch sind die Wege meistens zu eng. Die Chinesen verhalten sich im Verkehr auch nicht, wie wir es zu Hause kennen. Meistens wird einfach drauf los gefahren. Erstaunlicherweise passieren kaum Unfälle.

Ein Blick auf die Straßen von Peking lässt staunen: Neben Maserati, Ferrari und Porsche fahren Mopeds, Fahrräder und Rikschas, die überladen sind mit Holz und Müll. Reich und Arm sind hier ganz dicht beieinander.

Aber mit der Metro zu fahren, ist morgens auch kein Vergnügen. Wenn ich überhaupt in die Metro reinkomme, was nur unter großem Ellenbogeneinsatz möglich ist, kann ich mich im Wagen nicht bewegen, so dicht steht man zusammen.

Menschenmassen überall

Also, Menschen in Massen sind hier überall. Deshalb fliege ich mit anderen Praktikanten für die nächste Woche nach Südkorea, um dem Andrang in Peking anlässlich der Golden Week, einer Nationalfeiertagswoche, zu entgehen. Denn dafür soll es in Peking noch voller sein als sonst!

Von Stefanie Flohr

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