Provisorische Sanierung am Ortseingang von Sandershausen

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Die Landesstraße zwischen Landwehrhagen und Sandershausen ist in einem desolaten Zustand. Besonders schlimm sieht die Fahrbahndecke kurz vor dem Ortseingang Sandershausen aus.

Niestetal. Im Juni schöpften Autofahrer, die regelmäßig auf der Landesstraße zwischen Landwehrhagen und Sandershausen unterwegs sind, ein Hoffnung: In der zweiten Monatshälfte, das kündigte das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Kassel an, werde die von Schlaglöchern übersäte Straße geflickt.

Jetzt haben wir Ende Juli - und passiert ist nichts. Die Autofahrer, darunter viele Pendler aus Staufenberg, werden zwischen der Landesgrenze und dem Ortseingang Sandershausen weiter mächtig durchgeschüttelt.

Doch jetzt soll sich endlich etwas bewegen. "Es wird alsbald losgehen", sagte ASV-Sprecher Reinhold Rehbein am Mittwoch auf HNA-Anfrage. Der Auftrag, die Oberfläche der Landestraße zu flicken, sei inzwischen vergeben worden. Eine Firma aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg werde die schadhaften Stellen im August ausbessern. Einen genauen Termin für die Arbeiten gebe es noch nicht. Die Kosten beziffert das Amt für Straßen- und Verkehrswesen auf rund 50.000 Euro.

Unterdessen kristallisiert sich heraus, dass die Hannoversche Straße in Sandershausen, die sich in weiten Teilen ebenfalls in einem desolaten Zustand befindet, frühestens 2013 grundlegend erneuert wird. "Planerisch sind noch einige Punkte offen", so Rehbein. Auch müssten Eigentümer, deren Grund und Boden betroffen sei, den Plänen noch zustimmen.

In seinem internen Bauprogramm habe das ASV für 2013 rund 700.000 Euro für die Erneuerung der Ortsdurchfahrt eingeplant. Die Entscheidung darüber, ob die Straße dann tatsächlich saniert wird, treffe der Hessische Landtag im Zusammenhang mit den Beratungen über den 2013er-Haushalt. Insgesamt wird die Erneuerung der Hannoverschen Straße rund 1,7 Millionen Euro kosten.

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Das Thema beschäftigte bereits im Februar dieses Jahres das Parlament in Wiesbaden. In einer kleinen Anfrage wollte der SPD-Abgeordnete Timon Gremmels aus Niestetal wissen, ob die Gemeinde die Sanierung der Landesstraße möglicherweise vorfinanzieren muss. Muss sie nicht und darf sie auch nicht, beschied Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) den Abgeordneten. Eine - wohlgemerkt freiwillige - Vorfinanzierung von Landesstraßen sei seit dem Auslaufen des entsprechenden Modells Ende 2002 nicht mehr vorgesehen.

Bei der Gemeinde hält man den Zustand der Ortsdurchfahrt für nicht zufriedenstellend. "Leider können wir die Sache nicht beschleunigen", sagt Verwaltungssprecher Dennis Bachmann. Im Rathaus setzt man nun darauf, dass wenigstens die Schlaglochpiste tatsächlich im August beseitigt wird.

Am längsten warten müssen die Autofahrer auf die Sanierung des Straßenabschnitts zwischen der Westanbindung des Gewerbegebiets Sandershäuser Berg und der Landesgrenze.

Weil ein Teil der Straße durch ein Wasserschutzgebiet führt, muss laut Rehbein noch eine Lösung für die Ableitung des Wassers gefunden werden. "Der Ortskanal von Sandershausen kann es nicht aufnehmen." Es werde gegenwärtig geprüft, das Wasser jenseits der Autobahn 7 in Richtung des Niestebachs abzuleiten. Für eine solche Lösung sei aber der Bau eines Regenrückhaltebeckens erforderlich.

Ein Kommentar von Peter Ketteritzsch

Auf den ersten Blick mutet die Situation grotesk an: Die Straße, über die man Sandershausen erreicht, lässt einen nicht an eine wirtschaftlich potente Gemeinde mitten in Deutschland, sondern eher an eine Piste irgendwo in Russland denken. Die Landesstraße zwischen Landwehrhagen und Sandershausen ist in einem desolaten Zustand. Besonders schlimm sieht die Fahrbahndecke kurz vor dem Ortseingang Sandershausen aus.

Dabei bleibt den Verantwortlichen im Niestetaler Rathaus selbst nicht mehr, als an die Straßenbaubehörde und letztlich an die Regierenden in Wiesbaden zu appellieren. Die Tatsache, dass schon das Verfüllen von Schlaglöchern als Meilenstein erscheint, zeigt die Unsicherheit, die bei diesem Projekt regiert. Für 2013 steht die Sanierung der Ortsdurchfahrt auf der Liste der Behörde. Ob dann wirklich gebaut wird, steht allerdings in den Sternen.

Der Landtag hat es in der Hand, ob Geld für die Straße fließt, die immer wieder als Umleitungsstrecke nach Unfällen auf der Autobahn 7 herhalten muss. Vielleicht bietet diese Zusatzbelastung ja einen Ansatzpunkt, um die Sache zu beschleunigen. Die Niestetaler SPD-Abgeordneten Timon Gremmels (Landtag) und Ulrike Gottschalck (Bundestag) müssen hier intervenieren.

Dass eine Vorfinanzierung der Sanierung nicht mehr erlaubt wird, ist dumm für Niestetal. Denn das Geld könnte die Gemeinde durchaus aufbringen.

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