HNA-Online-Umfrage zum Aus für den Hessentag in Vellmar: Mehr als 2000 Mal wurde abgestimmt

HNA-Online-Umfrage: 63 Prozent finden Rückzug vom Hessentag gut

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Der Ahnepark: Auch Vellmars schöne Freizeitanlage wäre in einen Hessentag eingebunden worden. Doch daraus dürfte nichts werden.

Vellmar. Ein unkalkulierbares finanzielles Risko wollen die meisten Vellmarer mit der Ausrichtung des Hessentages offenbar nicht eingehen. Das legt jedenfalls das Ergebnis der HNA-Umfrage im Internet nahe.

Sie ist zwar nicht repräsentativ, gibt aber eine deutliche Tendenz wieder - auch weil seit Mittwoch mehr als 2000 Mal abgestimmt wurde. Demnach finden 63,4 Prozent die Entscheidung von Bürgermeister Dirk Stochla richtig, den Hessentag zurückzugeben. In absoluten Zahlen sind dies 1353 Stimmen. Falsch finden die Rückgabe 32,6 Prozent (696 Stimmen), keine Meinung haben vier Prozent (84 Stimmen).

Dabei sollte der Hessentag mit seinen Fördermillionen die notwendige Aufbruchstimmung für die vom Bürgermeister geplante Runderneuerung der Stadt erzeugen. Denn Vellmar versprüht gerade im Stadtzentrum noch das Flair der 70er-Jahre, in denen das Herz der Stadt auf der grünen Wiese hochgezogen worden war.

Die neue Straßenbahnstrecke sollte dabei Vellmars zweiten Aufbruch in die Moderne signalisieren. Gerade dieses Projekt war in Zusammenhang mit der ersten Hessentagsbewerbung 1997 entwickelt worden. Die Grundlage für diesen Aufbruch sollte der schon bald heiß diskutierte Masterplan zur Umgestaltung des Stadtzentrums um den Rathausplatz herum werden. Den hatte Stochla Ende April dieses Jahres der Öffentlichkeit präsentiert.

Sanierung des Rathauses, Abriss und Neubau des Parkdecks, Neubau der Musikschule Chroma am Standort der Stadtbücherei, dann die Umgestaltung des Rathausplatzes und als Krönung Abriss und kompletter Neubau der Einkaufspassage durch einen Privatinvestor waren die Eckpunkte des ambitionierten Programms.

Für viele Vellmarer zu ambitioniert. Diesen ging alles ein bisschen zu schnell, als die Stadtverordneten mit der absoluten Mehrheit der SPD die Rathaussanierung und den Parkdeck-Neubau Anfang Juni abnickten. Denn immerhin soll das die Stadt - gestreckt auf 25 Jahre - 23 Millionen Euro kosten.

Widerstand formierte sich

Der Widerstand formierte sich in Form eines Bürgerbegehrens, das Politiker der Grünen, der CDU und FDP initiierten und damit Erfolg hatten: 1465 Unterschriften waren notwendig, 2281 gültige waren es am Ende.

Jetzt entscheiden die Stadtverordneten am 29. August über die Zulässigkeit eines Bürgerentscheids, über den die Projekte Rathaussanierung und Parkdeckneubau in ihrer jetzigen Form gekippt werden könnten.

Eine gefährliche Entwicklung auch für Bürgermeister Stochla, dessen Wiederwahl 2014 anstünde. Der Hessentag ist futsch, die Fördermillionen weg. Würden jetzt auch noch die Projekte Rathaus und Parkdeck gekippt, geriete auch der gesamte Masterplan ins Wanken. Denn schließlich wollte die Stadt ja Vorreiter für die Privatinvestoren sein. Die dürften sich nach einem möglichen Scheitern der städtischen Pläne aber erst einmal zurückhalten. Von der geplanten Runderneuerung blieben dann nur noch ein paar Sanierungsfälle.

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