Blindow-Gruppe will Ausbildungsgang in Kassel fortführen – Unterrichts- und Laborräume für 1,5 Mio. Euro

PTA-Schule unter neuer Regie

Engagieren sich für PTA-Ausbildung in Kassel: Apotheker Joachim Schulz (von links), Prof. Dr. Andreas Blindow, Ulrich Spengler (IHK Kassel) und Apothekerin Kornelia Hellmuth. Foto: Schindler

Kassel. Die Chancen stehen gut, dass die Schule für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA-Schule) in Kassel weitergeführt werden kann. Die private und bundesweit aktive Blindow-Gruppe (Bückeburg) will den Ausbildungsgang ab Herbst 2015 fortführen. Derzeit ist die Ausbildung an der kreiseigenen Willy-Brandt-Schule angesiedelt; sie steht jedoch vor dem Aus, nachdem EU und das Land Hessen die Fördermittel gestrichen haben.

Geschäftsführer Dr. Andreas Blindow stellte am Donnerstag in Kassel seine Pläne vor. Danach wird die PTA-Schule in der Dr. Rohrbach-Schule (Wilhelmshöher Allee 343 in Kassel) untergebracht. Dort soll zunächst eine Klasse mit 25 bis 30 Schülern starten; wenn es mehr Bewerber gibt, können es auch zwei Klassen werden.

Die Lehrkräfte sollen übernommen werden. Auf die Schüler kommt ein Schulgeld von etwa 375 Euro monatlich zu. Bisher müssen sie nur 196 Euro bezahlen, der Rest wird durch Zuschüsse finanziert. Blindow will prüfen, ob die Inanspruchnahme von Bafög möglich ist; mit Stipendien und zinslosen Darlehen wolle man den Schülern unter die Arme greifen. Die Blindow-Gruppe, die auch die Dr. Rohrbach-Schule betreibt, will dort durch einen Anbau bis zu sechs Unterrichtsräume und zwei Laboratorien schaffen. Die Baugenehmigung liege bereits vor. 1,5 Millionen Euro will Blindow investieren. Ab 2016 können die Räume zur Verfügung stehen. Bis dahin soll der Unterricht noch in der Willy-Brandt-Schule in Kassel-Oberzwehren stattfinden.

Genehmigung beantragen

Die Blindow-Gruppe will sich um eine Betriebsgenehmigung für die PTA-Schule bemühen. Die Unterlagen sollen im Herbst beim zuständigen Regierungspräsidium in Darmstadt eingereicht werden. Mit dem Landkreis Kassel werde man über den Übergang verhandeln.

Das drohende Ende der PTA-Ausbildung in Kassel hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) auf den Plan gerufen. Gemeinsam mit engagierten Apothekern und Vertretern der PTA-Schule suchte man nach Lösungen, die Schule zu erhalten. Dabei wurde der neue Schulträger Blindow gefunden.

„Dringend notwendig“

Der Ausbildungsgang sei dringend notwendig, sagte Ulrich Spengler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK. Der Bedarf sei groß, die nächsten PTA-Schulen befinden sich in Göttingen und Marburg. „Eine Apotheke ohne PTA würde nicht funktionieren“, erläuterte Apothekerin Kornelia Hellmuth (Schauenburg).

HINTERGRUND

Von Holger Schindler

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