Auf Sanierung folgt große Feier – Schulgebäude wurde damals mit 400 Einzelteilen hochgezogen

Gesamtschule Ahnatal: Puzzle auf der grünen Wiese

Modern: Nach Sanierung mit neuem Farbkonzept. Archivfoto: Wewetzer

Vellmar. Als „Kulturkampf“ ging in Hessen die Diskussion über Für und Wider der Gesamtschulen in den 60er- und 70er-Jahren ein. Heute, Jahrzehnte später, sind viele Gesamtschulen etabliert und bereichern die Schulvielfalt mit ihren Angeboten. Eine davon ist die Gesamtschule Ahnatal, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Wir blicken zurück zu den Anfängen.

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Als Richtfest gefeiert wurde, mussten die Gäste noch über Leitern in den ersten Stock klettern, um die Rede zu hören. Das war am 24. April 1970, und die Gesamtschule Ahnatal feierte Halbzeit am Bau, der aus Fertigteilen hochgezogen wurde. Damals gab es Vellmar-Stadtmitte noch nicht, die Schule stand zwischen den Stadtteilen Niedervellmar/Frommershausen und Obervellmar auf der grünen Wiese. Diplom-Ingenieur Wolfgang Braun aus Obervellmar lobte damals das „atemberaubende Tempo“, mit dem die Betonteile zusammengefügt worden seien. Aus 400 Einzelteilen wurde die Schule wie ein Puzzle zusammengesetzt.

Mit 15 Millionen Mark war der moderne Bau damals kalkuliert. Das Gebäude umfasste insgesamt 70 Kursräume, dazu naturwissenschaftliche Demonstrationsräume, Plätze für Werken und Kunsterziehung. Ergänzt wurde dies durch eine Sporthalle mit 400 Zuschauerplätzen.

Am 30. August 1971 fiel der Startschuss für Vellmar. Gerade mal 548 Schüler zählte man damals in der neuen Gesamtschule. Doch schon zum Schuljahresbeginn 1974/75 kletterte die Zahl auf 1210 Kinder, 1980/81 waren es 1689 bei Lehrerknappheit und im Vergleich zu heute mangelnder Ausstattung. 1979 gab es den ersten Schüleraustausch mit Bewdley. 1996 war in der Gesamtschule sogar eine 21-köpfige Studiengruppe aus Japan zu Gast, um sich über den Unterricht an deutschen Schulen zu informieren.

Heute zählt die Gesamtschule Ahnatal 1100 Schüler. Eine Verjüngungskur bekam die Gesamtschule mit der Sanierung von Juni 2007 bis November 2008 verpasst. 14 Millionen Euro investierte der Landkreis in das Projekt.

So wurde im Zuge der Arbeiten im kompletten Innenbereich ein neues Farbkonzept umgesetzt. Gelb steht zum Beispiel für die Verwaltung, Grün für die naturwissenschaftlichen Fachräume, Rot für die Kunst.

Aber auch der Verwaltungstrakt, die Klassen- und Fachräume wurden von Grund auf modernisiert.

Von Stefan Wewetzer

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